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WSV: Noch ziemlich viel vor der Brust

Fußball-Regionalliga : WSV: Noch ziemlich viel vor der Brust

Der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV ist am Freitag (17. Juli 2020) in die Vorbereitung gestartet. In eine Saison mit zahlreichen Fragezeichen. Ein Überblick.

Der Kader: Daniel Grebe, Viktor Maier, Daniel Nesseler, Kevin Pytlik, Niklas Lübcke, Semir Saric, Noah Salau, Beyhan Ametov, Hassine Refai sowie Kapitän Tjorben Uphoff, Gianluca Marzullo, Yannick Geisler und Marwin Studtrucker haben verlängert. Joey Paul Müller und Mike Osenberg besaßen ohnehin noch ein Arbeitspapier bis Sommer 2021. Aus der A-Jugend werden Furkan Tasdemir, Joelle Tomczak und Ilyas Zhou hochgezogen. „Damit haben wir schon einmal ein gutes Gerüst“, so Sportvorstand Thomas Richter. Während der Vorbereitung, die möglicherweise kurz unterbrochen wird, sollen weitere Akteure folgen.

Die Finanzen: „Zwischen einer und 1,5 Millionen Euro“ soll laut Insolvenzexperte Ulrich Zerrath, der den Vorstand berät, der Etat liegen. Die Differenz ist so groß, weil noch ein dickes Fragezeichen hinter den möglichen Zuschauereinnahmen liegt. Nachdem der WSV einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt hat, müssen alle Ausgaben vom Sachverwalter Dr. Dirk Andres, den das Amtsgericht bestellt hat, abgesegnet werden. Da der ehemalige Vorsitzende Friedhelm Runge 500.000 Euro zugesagt hat, können neue Verträge abgeschlossen werden. Mit 1,4 Millionen Euro läge der WSV im Ligavergleich sicher hinter RW Essen und den Zweitvertretungen der Proficlubs. Oberhausen und Rödinghausen dürften sich in ähnlichen Dimensionen bewegen. Offen ist, wann der Vorverkauf startet.

Der Verein: Der Verwaltungsratsvorsitzende Christian Vorbau bestätigte auf der Pressekonferenz am Dienstag auf Rundschau-Nachfrage, dass sich Vorstand und Verwaltungsrat in der Vorgehensweise einig seien. Zerrath hofft, dass das eigendliche Insolvenzverfahren am 1. September startet. Ziel ist ein Insolvenzplan, dem die Gläubiger zustimmen. „Wir sind auf Unterstützung angewiesen, damit der WSV eine Zukunft hat. Die muss anders aussehen als in den letzten Jahren. Wir brauchen Leute, die dem WSV helfen, damit die Fehler der Vergangenheit nicht passieren und wir nach vorne blicken können“, so Richter. Und weiter: „Die Situation ist und bleibt schwierig. Der Weg, den wir jetzt einschlagen, dauert mindestens zwei Jahre. Der WSV ist in der Bringschuld, das, was wir sagen, auch zu leben. Als sympathischer Verein und mit einer Mannschaft, mit der sich die Leute identifizieren können.“ Es gehe nicht um einzelne Personen, sondern nur um den Club.

Trikotsponsor: Nach Rundschau-Informationen laufen noch Verhandlungen mit dem bisherigen Partner „Sunmaker“. Allerdings ist auch eine Rückkehr der Runge-Firma „EMKA“ zumindest nicht ausgeschlossen, um eine adäquate Werbe-Gegenleistung zu erbringen.

Auftakt: Das erste Testspiel steigt am kommenden Samstag, 25. Juli, um 14 Uhr im Eifgen-Stadion beim SV 09/35 Wermelskirchen.