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Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV zwischen Insolvenz und Planung

Fußball-Regionalliga : WSV: Verfahren, Unterlagen und Trainersuche

Es ist ruhig beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV. Ungewohnt ruhig. Verwunderlich ist das aber nicht. Denn eine Entscheidung, ob der Club wie gewünscht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchführen kann, ist noch nicht gefallen.

Der WSV hatte den Antrag wie berichtet am 25. Juni gestellt. Das Amtsgericht hat ihn nicht abgewiesen, sondern stattdessen – das normale Procedere – mit Dr. Dirk Andres einen Sachverwalter bestellt. Dessen Aufgabe ist es, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, auch die aktuellen Geschäftsabläufe zu kontrollieren und dann eine Einschätzung zu geben. Das geschieht in Zusammenarbeit mit dem vom WSV engagierten Insolvenzexperten Ulrich Zerrath und dem Vorstand, die die erforderlichen Unterlagen vorlegen müssen.

Zwar hat das Amtsgericht dem WSV in dieser Woche schriftlich bestätigt, dass das Verfahren offiziell eingeleitet ist. Das aber ist zunächst ein formaler Akt. Nun allerdings geht es darum, die eigentlichen Fragen zur Zahlungsunfähigkeit, zur möglichen Eigenverwaltung und zur Zukunftsperspektive zu klären. Letztere soll unter anderem durch die Ankündigung des ehemaligen Vorsitzenden Friedhelm Runge abgesichert werden, mit einer halben Millionen Euro den Etat der Saison 2020/21 zu unterstützen. Ob es zur Insolvenz kommt und ein entsprechender Insolvenzplan verabschiedet wird, das müssen die Gläubiger, die einen Großteil der rund 1,4 Millionen Euro an Verbindlichkeiten tragen, entscheiden – und am Ende dann abschließend das Amtsgericht.

Insofern ist es verständlich, dass der WSV momentan kaum bis keine Wasserstandsmeldungen abgibt. Komplett brach liegt der Geschäftsbetrieb allerdings nicht. Die bereits ausgehandelten Verträge beispielsweise können durchaus abgeschlossen werden – sofern der Sachverwalter dem zustimmt. Noch wurde nichts vermeldet. Bekannt ist nur, dass Nick Osygus und der bisherige A-Jugendliche Finn Belzer zum Cronenberger SC wechseln, sich Tom Meurer dem FC Wegberg-Beeck anschließt und Florian Kraft künftig das Trikot des SV Schermbeck trägt.

Welche Testspiele ausgetragen werden und wann der Vorverkauf startet, ist noch nicht bekannt. Eine Entscheidung in der Trainerfrage (Pascal Bieler ist zum Regionalligisten Borussia Dortmund U23 gewechselt) steht nach Rundschau-Informationen noch aus. Demnach sind mehrere Kandidaten in der Auswahl. Bewerbungen gibt es durchaus. Gesucht wird ein Übungsleiter, der einen relativ jungen Kader formen kann. Auch die Besetzung eines Sportvorstands ist noch nicht geklärt. Namen wie Holger Fach, Jürgen Kohler und Stephan Engels schwirren weiterhin rund ums Stadion. Vorrang vor allem anderen hat zunächst das Insolvenzverfahren.

Archivbild: Eine der zahlreichen Aktionen der vergangenen Jahre. Foto: Wuppertaler Rundschau / jak