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Handball-Bundesligist Bergischer HC kämpft um Schadensbegrenzung

Handball-Bundesliga : Föste: „Geht nicht nur für den BHC um Schadensbegrenzung“

Mit insgesamt 200 Millionen Euro unterstützt der Bund die deutschen Profisportvereine in der Corona-Krise. Ausgenommen sind die Clubs der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga. Jörg Föste, Geschäftsführer Sport des Handball-Bundesligisten Bergischer HC, begrüßt die Entscheidung ausdrücklich.

Sie sei „positiv und notwendig“, findet der 59-Jähige. „Nie war der Profisport so politisch wie in diesen Tagen - gezwungenermaßen. Das Paket berücksichtigt angemessen den Umstand, dass die Clubs unverschuldet in Notlage geraten.“ Die Clubs sind seiner Meinung nach zwingend darauf angewiesen. „Ohne diesen prozentualen Ausgleich - und ich nenne es ganz bewusst nicht Unterstützung - wäre die Profisport-Landkarte sehr schnell eine andere“, glaubt Föste.

Mit welcher Summe kann der BHC rechnen? Einen entsprechenden Bescheid gibt es noch nicht. Aber „ganz gewiss wird der Ausgleich nicht den entgangenen Umsatz aufwiegen“, ist er sich sicher. Nach dem offiziellen Saisonabbruch Mitte April war Föste davon ausgegangen, dass sich die Umsatzeinbußen auf bis zu 400.000 Euro summieren. „Die sicheren Einnahmeeinbußen liegen in diesem Bereich. Wir hatten allerdings die berechtigte Hoffnung, im letzten Saisondrittel weitere Einnahmen zu generieren. Das konnten wir nicht realisieren. Es geht aktuell nicht nur für den BHC um Schadensbegrenzung“, spricht er Klartext. Wo liegen momentan beim BHC die größten Themenfelder, die es zu bearbeiten gilt? „Punkt 1 bis 4“ seien die Gespräche mit den Partnern, außerdem gehe es um „Hygienekonzeptionen“ und das „Budget 20/21“. Am Montag (6. Juli 2020) nimmt die Mannschaft wieder das Training auf, Chefcoach Sebastian Hinze bittet zu einer Krafteinheit. „Unter Berücksichtigung der Kurzarbeiterregelung werden wir dosiert weiterarbeiten“, kündigt Föste an. Die Vorbereitung verläuft naturgemäß ganz anders als sonst. Die fast schon traditionelle Reise ins Sommer-Trainingslager nach Österreich entfällt wohl.

Die Saison soll Anfang Oktober wieder beginnen. Sollten bis dahin wieder Zuschauer zugelassen sein, könnte das nächste Problem auf den BHC zukommen. Sowohl die Wuppertaler Uni-Halle (rund 3.000 Plätze) als auch die Solinger Klingenhalle (rund 2.500 Plätze) sind kleiner als die Arenen manch anderer Bundesligisten; die in Kiel bietet gut 10.000 Menschen Platz. Eine Zugangsbeschränkung würde sich entsprechend finanziell auswirken.

Welche Kapazität könnte möglich sein? „Das kann der Bergische HC leider nicht annähernd beantworten“, zuckt Föste mit den Schultern. Dass die Corona-Pandemie den Handball-Profisport grundsätzlich und beim BHC verändert, scheint sicher. „Nach allem, was wir jetzt erkennen können, wird es kurzfristig zu Einbußen in allen Bereichen kommen“, so der Geschäftsführer.