Wohin führt der WSV-Weg?

Fußball-Regionalliga: WSV: "Nette Unterhaltung" unterm Hallendach

Aus Sicht der Fans des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV spielte sich die entscheidende Szene am Samstag (5. Januar 2019) nicht auf dem Feld ab. Auf dem Oberrang der Uni-Halle hatten sich die Vorstandsmitglieder Lothar Stücker und Manuel Bölstler sowie Pressesprecher Jürgen Harmke zusammengesetzt.

Wohl nicht nur, um den Auftritt des gemischten Teams und den dritten Platz bei der Stadtmeisterschaft zu analysieren.

"Beschlüsse pflegen wir in einem anderem Rahmen zu treffen, und das auch nur als Gesamtvorstand. Maria Nietzsche war nicht dabei. Das ist kein beschlussfähiger Vorstand, wie wir ihn leben ", so Stücker auf Anfrage der Rundschau. "Es war eine nette, schöne, runde Unterhaltung."

Doch natürlich ist Stücker bewusst, dass aktuell mehrere wichtige Themen auf der Agenda stehen. Bleibt er? Geht er? Das ist momentan die sportliche Kardinalfrage beim WSV. Auch nach dem Jahreswechsel ist noch offen, ob Torjäger Christopher Kramer das rot-blaue Trikot bis Sommer 2019 trägt oder schon jetzt wechselt.

Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab, vor allem von den finanziellen, aber auch von den inhaltlichen. Zwar zeigen mehrere Clubs nach Rundschau-Informationen Interesse. Ein konkretes Angebot liegt dem Verein aber nicht vor. Kramer ist im Sommer ablösefrei, sein Vertrag läuft aus. Fraglich, ob sechs Monate zuvor ein anderer Verein eine fünfstellige Summe hinlegt. Auf der anderen Seite will der WSV seine "Lebensversicherung" auch nicht verscherbeln.

Nicht zuletzt deshalb sind Vorstandsmitglied Manuel Bölstler momentan transfertechnisch die Hände gebunden. "Wir müssen erst einmal etwas einsparen, bevor wie etwas machen können", sagte er vor der Stadtmeisterschaft auf Anfrage der Rundschau. Der Etat (950.000 Euro für die erste Mannschaft) soll durch das Auflösen "teurerer" Verträge und den Transfer junger Spieler reduziert werden; ein Qualitätsverlust würde dabei einkalkuliert. Bölstler selbst hatte vor Weihnachten angesichts der Entwicklung öffentlich über seine Zukunft nachgedacht. "Wenn Manu darüber nachdenken sollte zu gehen, werde ich es als Erster erfahren", erklärt Stücker.

Wie genau der Kader aussieht, der Ende Januar ins Trainingslager in die Türkei fliegt, steht somit noch nicht fest. Klar ist nur: Torwart Joshua Mroß bleibt daheim, er schreibt in der betreffenden Zeit mehrere Prüfungen.

Am Montag (7. Januar 2019) nimmt der WSV das Training wieder auf. Wohin die Reise insgesamt geht, werden die kommenden Wochen zeigen. Personell, finanziell und inhaltlich.

Termine in der Vorbereitung: 12. Januar beim SC Paderborn II (13.15 Uhr), 19. Januar beim ASC 09 Dortmund (14 Uhr), 23. Januar bei Germania Ratingen (19.30 Uhr). 27. Januar bis 3. Februar Trainingslager in Belek (Türkei) mit Testspiel gegen den TSV Steinbach (30. Januar) und eventuell gegen Waldhof Mannheim. Das erste Pflichtspiel steht am 10. Februar an — entweder das Pokal-Viertelfinale beim Oberligisten VfB Homberg oder das Regionalliga-Nachholspiel beim SV Lippstadt.

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