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Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV unterliegt SV Rödinghausen 1:4

Fußball-Regionalliga: 1:4 (0:1) gegen Rödinghausen : WSV-Niederlage und Eichner-Rückzug

Beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV bleibt es turbulent. Vorstand Alexander Eichner hat aus privaten Gründen seinen Rückzug angekündigt. Das Heimspiel gegen den Spitzenreiter SV Rödinghausen endete vor 1.871 Zuschauern mit einer 1:4 (0:1)-Niederlage. Dadurch liegt der WSV jetzt wieder auf einem Abstiegsplatz.

Wie es beim WSV weitergeht, müssen die kommenden Tage und Wochen zeigen. Die Jahreshauptversammlung findet am 28. März (Samstag) statt. Bis zum 1. April gilt es den Lizenzantrag zu stellen - inklusive hinterlegter Bürgschaft. Wegen des kleinen Zeitfensters ist klar, dass die personellen und finanziellen Weichen im Vorfeld gestellt werden müssen.

Auf dem Rasen musste Trainer Pascal Bieler auf die verletzten Torjäger Gianluca Marzullo und Marwin Studtrucker verzichten. Für sie rückten Kevin Pytlik und Viktor Maier in die Startformation. Die ersten beiden Chancen gingen an den Favoriten: Erst schoss Felix Backszat volley über den WSV-Kasten (6.), dann setzte er einen Fallrückzieher nur knapp über die Latte (14.). Die Gäste, die unter der Woche bekanntgegeben hatten, keinen Lizenzantrag für die 3. Liga abzugeben, waren klar tonangebend. Ohne die erste Sturmreihe fand der WSV zunächst offensiv so gut wie nicht statt. Die erste Möglichkeit datierte aus der 23. Minute. Nach einem Freistoß von Tolga Cokkosan tauchte Kapitän Tjorben Uphoff im Rödinghauser Strafraum auf, der Schlussmann Niclas Heimann zu einer Parade zwang - aber im Abseits stand.

Der Spitzenreiter bestimmte in den ersten 45 Minuten das Duell, brillierte aber nicht und erarbeitete sich seinerseits nicht allzu viele zwingende Möglichkeiten. Glück hatte der WSV allerdings, als Yannick Geisler in der 28. Minute kurz vor der Linie den Ball noch wegschlagen konnte. Das Bieler-Team bemühte sich nach Kräften, musste kurz vor der Pause dann aber doch den Rückstand hinnehmen. Der WSV kam bei einer Standardsituation zu spät. Die Folge: Backszat nickte einem Freistoß ins lange Eck ein, Torwart Niklas Lübcke streckte sich vergeblich - 0:1 (40.). Drei Minuten später rauschte eine Volleyabnahme von Simon Engelmann nur knapp am Pfosten vorbei. Die Führung der Gäste zur Pause war ob ihrer Überlegenheit verdient, wenngleich auch nicht Resultat eines glänzenden Auftritts.

In Durchgang zwei startete der WSV mit Arjan Duraj - erstmals seit Anfang Oktober wieder in einem Pflichtspiel auf dem Feld - an Stelle von Abwehrchef Tjorben Uphoff. Joey Paul Müller prüfte Torwart Heimann, der hatte mit dem Schuss aber keine Mühe (48.). Eine Minute später die Ausgleichschance für Duraj: Doch auch seinen Versuch konnte der Rödinghausener Schlussmann abwehren. Nach einem Ballverlust von Pytlik spielte der SVR eine Vier-gegen-zwei-Konterchance zu schlampig aus (51.), aber kurz darauf machte es der Favorit besser: Engelmann bediente Linus Meyer präzise, der nur noch einschieben musste - 0:2 (52.). Rödinghausen hatte nun leichtes Spiel, der Widerstand des WSV war gebrochen. Engelmann erhöhte für die Gäste auf 3:0 (58.). Trainer Bieler brachte Mike Osenberg für Maier, der auf verlorenem Posten stand (62.).

Es half nichts, im Gegenteil: Vollkommen ungedeckt, besorgte Engelmann auch den vierten Treffer des Tabellenführers - 0:4 (68.). Trotz der (personell notgedrungenen) Defensivtaktik lief der WSV Gefahr, nun auch in Sachen Tordifferenz weiteren Boden zu verlieren. Ali Ceylan wurde noch für Müller eingewechselt (83.), Isaak Simion Akritidis feierte sein Debüt in der ersten Mannschaft (89.). Und Mike Osenberg erzielte noch den Ehrentreffer zum 1:4 (90.). Das war’s.

Pascal Bieler (Wuppertaler SV): „Glückwunsch. Rödinghausen hat verdient gewonnen. Wir wollten es dem Gegner so schwer wie möglich machen, wollten aber unsere Momente kriegen. Die hatten wir aber nicht. Nach einem Standard fällt das 0:1. Nach der Pause war kurz die Chance zum Ausgleich. Danach war die Effizienz beim Gegner da. Wir sind nicht an unsere 100 Prozent gekommen, die wir gebraucht hätten. So ist nichts zu holen. Wir müssen daraus unsere Lehren ziehen. Nichtsdestotrotz möchte ich ein Kompliment nach Rödinghausen schicken. Die Arbeit dort ist nicht hoch genug einzuschätzen.“ Auf die Auswechslung des Kapitäns Tjorben Uphoff angesprochen, ergänzte Bieler, dass diese aufgrund muskulärer Probleme erfolgt sei.

Enrico Maaßen (SV Rödinghausen): „Sicherlich ist das keine einfache Woche für uns gewesen. Das wird es auch in den nächsten Wochen nicht. Ich bin sehr stolz auf die Reaktion. Das war ein grausamer Untergrund heute. Wie spielen den Gegner weich mit Geduld und Cleverness. In den entscheidenden Momenten waren wir sehr effizient. Heute nach dieser Woche großes Kompliment. Da ist es nicht selbstverständlich, dass du 4:1 gewinnst. Ich wünsche dem WSV alles Gute. Die beiden Verletzten vorne taten sicher weh.“ Auf Nachfrage, ob er Sorge hatte, wie die Mannschaft nach der Hiobsbotschaft, dass keine Lizenz für die 3. Liga beantragt wird, reagiert, ergänzte Maaßen: „Wir Donnerstag haben nach der Nachricht nicht trainiert. Das wäre nicht möglich gewesen. Freitag haben wir uns ganz normal vorbereitet. Es war Wahnsinn, was für eine Stimmung herrschte auf dem Platz. Es war so ein bisschen eine ,Jetzt erst recht’“-Haltung. Ich sehe hier keine Egozentriker. Jetzt ist die Frage, wie viele davon bleiben.“ Ob er die Entscheidung nachvollziehen könne, wurde der 35-Jährige noch gefragt: „Das ist nicht mein Thema. Ich konzentriere mich auf das Sportliche. Wir hätten uns eine andere Entscheidung gewünscht.“

Es folgen nun zwei Testspiele - der Benefiz-Auftritt am kommenden Mittwoch (19. Februar) um 19.30 Uhr beim B-Kreisligisten Viktoria Rott und das Match am Samstag (22. Februar) um 13 Uhr (Kunstrasen Rolf-Drecker-Platz) beim Oberligisten Sportfreunde Baumberg (Kunstrasenplatz Europaallee). Anschließend folgen drei Heimspiele - am 29. Februar gegen Rot-Weiß Oberhausen, am 7. März die Nachholpartie gegen den TuS Haltern und am 14. März gegen den SV Lippstadt.