Dazu muss allerdings ein ganz anderer Auftritt her als im Kellerduell beim SC Wiedenbrück (0:4). Im Hinspiel setzte es eine 1:6-Klatsche, der SCP hatte damals den Kader von oben verstärkt. Doch auch so nötigt der Zweitliga-Nachwuchs Respekt ab. Das Team sei „sehr unangenehm“, „etwas schwieriger zu greifen“, weil „spielstark und taktisch variabel“, so Wunderlich.
Nur 26 kassierte Tore sind der viertbeste Wert der Liga. „Wir wollen an unsere letzten beiden Heimspiele anknüpfen. Es wird auf uns ankommen“, meint der Chefcoach mit Blick auf das 2:2-Unentschieden gegen die U23 des BVB und den 1:0-Erfolg gegen die U21 des 1. FC Köln.
Wunderlich hatte das Programm nach Wiedenbrück umgestellt. Statt Regeneration gab es eine „intensivere Einheit“, dafür Dienstag frei. „Wenn ich jetzt wieder wie nach Schalke sage, das darf uns nicht mehr passieren, dann wird man irgendwann unglaubwürdig. Wenn ich wie in Wiedenbrück verliere, dann fehlt mir die Phantasie, sonntags hierzukommen und alles schönzureden. Man muss schon klar und deutlich werden. Ich bin selbstkritisch.“
Man sei „eine Einheit, ich stehe zu den Jungs. Wir haben von Anfang an gesagt, es wird ein harter Kampf bis Mai. Wir werden immer wieder Rückschläge bekommen, aber wir müssen immer wieder aufstehen. Das erwarte ich auch am Samstag.“
Die Probleme bestünden indes „nicht erst seit drei vier Wochen“, sondern auch schon in der Hinrunde – etwa mit dem 0:5 gegen Rödinghausen, dem 1:6 in Paderborn und dem 2:4 gegen Düsseldorf. Wunderlich: „Wir sind dabei, Ursachenforschung zu betreiben. Wenn wir einen Nackenschlag und ein frühes Tor bekommen, bekommen wir auch schnell das zweite und das dritte. Das darf nicht passieren. Wir lassen Stück weit den Kopf hängen. Wir brauchen defensive Stabilität. Ich muss mit allem, was ich habe, mein eigenes Tor verteidigen. Wir werden nicht zwei, drei, vier Tore schießen, um einen Punkt zu holen.“
Der Ex-Profi fordert: „Teamspirit zeigt sich nicht nur in der Kabine, sondern auch draußen. Wenn mal was nicht funktioniert und Dinge negativ laufen, das ist im wahren Leben auch so, dann zeigen sich der wahre Charakter und der wahre Teamgedanke. Wenn alles gut läuft und wir 1:0 führen, wenn wir ein gutes Spiel machen, dann ist es relativ leicht zu unterstützen, da zu sein, mitzumachen. Aber wenn es schwierig wird, dann muss man enger zusammenrücken und zusammenstehen. Dass wir momentan nicht vor Selbstvertrauen strotzen, das ist normal. Aber wir müssen uns aufopferungsvoll wehren.“
Allerdings spielt die personelle Situation dem WSV momentan nicht in die Karten: Toshiaki Miyamoto und Levin Müller haben jeweils die fünfte gelbe Karte kassiert und sind gesperrt, Marko Stojanovic hat Probleme mit den Adduktoren, auch Hans-Juraj Hartmann (Finger gebrochen) und Noah Heim (Muskelfaserriss) fallen aus.
Wunderlich: „Wir brauchen keine Ausreden und nicht rumzujammern. Wir müssen Lösungen finden, das Beste draus machen und uns den Arsch aufreißen. Wir nehmen die Situation so an. Vier von 15 möglichen Punkten (im neuen Jahr, Anm. der Red.) sind zu wenig. Aber die Mannschaft hat gezeigt, zu was sie in der Lage ist.“