"Absolutes Highlight"

Hat der Fußball-Oberligist WSV beim 3:3 (1:1)-Unentschieden gegen die SSVg. Velbert nun zwei Punkte verloren oder aber einen gewonnen? "Mir ist das Remis nach einem 1:3-Rückstand natürlich viel lieber als nach einer 3:1-Führung", legte sich WSV-Sportvorstand Achim Weber fest.

"Die Zuschauer, die da waren, sind sicher zufrieden gewesen. Ihnen wurde ein Spektakel geboten. Insofern überwiegt das Positive."

Allerdings mochte Weber dann doch nicht zu viel Freude aufkommen lassen: "Wir haben auch in diesem Spiel phasenweise unser wahres Gesicht nicht gezeigt. Wir müssen unsere Qualität über 90 Minuten abrufen, nicht nur über 20. Wahrscheinlich war das Sonsbeck-Spiel noch im Hinterkopf. Velbert hat viele Spieler um die 1,75 Meter, wir einige mit 1,85 Meter. Trotzdem köpfen wir den Ball nicht gut weg. Erhan Zent schießt normalerweise das Sport- und Bäderamt ab, heute traf er ganz genau. Wir machen zwar vor der Pause das 1:1, kommen motiviert aus der Kabine, kassieren dann aber eine Fehlentscheidung. Da muss einer der Verteidiger 58 Zentimeter lange Haare haben, sonst ist die Ecke nicht zu erklären. Und beim 1:3 spielen wir im Strafraum Pingpong. Da kam alles zusammen."

Dann aber die Wende. "Eigentlich war die Messe gelesen", so Weber. "Aber nun kam unsere Qualität, und offensichtlich hat Velbert auch Defizite. Sonst gibt ein Regionalliga-Absteiger und Tabellenführer das nicht mehr aus der Hand. Wir haben endlich Druck gemacht, schnell gespielt und wurden belohnt."

Eine Niederläge wäre jedoch kein Beinbruch gewesen, so der Sportvorstand: "Auch dann wäre keine Entscheidung gefallen. Es kann an jedem Wochenende anders aussehen. Wir müssen allerdings schnell wieder in den Turn kommen wie in der Hinrunde. Wenn Spieler wie Florian Grün und Davide Leikauf nach der langen Pause endlich wieder körperlich zu 100 Prozent fit sind, bekommen wir viel Qualität hinzu."

Und so zog Weber am Ende doch ein positives Fazit: "Das war ein absolutes Highlight mit einer tollen Choreografie vor dem Anpfiff. Jeder hatte Anteil dran — vom Fan bis zum ehrenamtlichen Mitarbeiter. Der WSV mobilisiert die Massen, es war wie in einer großen Familie. Alle haben sich top verhalten. Die Stimmung war toll, außer bei den 150 Leuten auf der Südtribüne. Die riesige Zuschauerzahl kennt man sonst nur aus der 3. Liga. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, der OB und der Sportdezernent, viele waren da. Klar ist aber auch: Nur mit dauerhaftem sportlichen Erfolg holen wir die Leute zurück ins Stadion am Zoo. Deshalb möchten wir uns als Verein weiter charmant und sympathisch präsentieren."

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