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Wuppertals erfolgreichster Rapper

Wuppertals erfolgreichster Rapper

Herbert Qwela Schwamborn ist "Metaphysics" — und nach seiner Zeit bei den "Söhnen Mannheims" weiter erfolgreich. In der bergischen Metropole will der 41-Jährige Talente fördern.

Als Herbert Qwela Schwamborn, damals noch in seiner Heimat Simbabwe, in den frühen 80er Jahren zum ersten Mal amerikanischen Rap hörte, wusste er: Das ist es. "Andere Musiker haben immer drumherum geredet. Bei HipHop war das anders. Die Rapper haben uns eine sehr detaillierte Story erzählt", sagt Schwamborn. Sofort wurde er Teil der Bewegung, saugte alles auf, was er zu hören bekam, und fing mit 13 Jahren an, selbst Raps zu schreiben. Seit langer Zeit gehört er selbst zu den besten "Storytellern". Bekannt ist der 41-Jährige in Deutschland unter dem Namen Metaphysics geworden — als Rapper von Xavier Naidoos Erfolgsband "Söhne Mannheims".

Bis dahin war es eine längere Reise. Schon in seiner Heimat war er mit seiner Musik und im Fernsehen erfolgreich geworden. 1999 kam Schwamborn auf der Suche nach seinen Wurzeln nach Deutschland, wo sein Vater herstammte. "Ich erwartete damals jodelnde Menschen in Lederhosen", gibt er lachend zu. Tatsächlich saß ihm im Zug eine junge Frau gegenüber, die ein HipHop-Magazin las. In der damals boomenden Rapstadt Köln fand er schnell Anschluss an Szenegrößen wie "Mellowbag" oder die Wuppertaler "Walkin‘ Large". Nachdem er unter anderem mit Clueso an dessen Debütalbum gearbeitet hatte, kam 2001 der Kontakt zu den "Söhnen Mannheims" zustande.

Bis heute ist es der größte Erfolg seiner Musikerkarriere. Alle Alben der "Söhne" erreichten die deutschen Top Ten, "Noiz" von 2004 sogar Platz eins. Im letzten Jahr gab es eine neue CD, und Liveauftritte spielt die Band immer noch. Zum Kollegen Xavier Naidoo steht Metaphysics nach wie vor in gutem Kontakt.

Durch die "Söhne Mannheims" kann der Rapper heute mit aller Ruhe an neue Projekte herangehen. "Ich habe Zeit. Ich kann die Dinge jetzt auf meine Art und Weise machen", sagt er gelassen. In Wuppertal betreibt er ein Tonstudio und hat zuletzt unter dem Label "Schwarzgeld" Musik veröffentlicht. Darunter auch den Song "Remember Me" mit dem ehemaligen Wuppertaler Rapper Ono (die Rundschau berichtete).

Gleichzeitig produziert er immer wieder Songs mit seinem jüngeren Bruder Rudi, der in der Dance-Szene als "Carlprit" bekannt ist und dessen Songs ebenfalls schon in den Charts standen (unter anderem "Fiesta"). Die beiden Brüder sind gemeinsam auch Chefs des Labels "Gandanga".

Weil er als Musiker viel erreicht hat, hat sich Metaphysics vorgenommen, auch viel weiterzugeben. Er sucht nach Talenten, denen er den Geist von HipHop übermitteln kann. "Wuppertal ist eine Stadt, die niemandem etwas vormacht. Gerade hier ist es wichtig, dass Rapper sich gegenseitig unterstützen — egal, aus welcher Richtung sie kommen", fordert er mehr Zusammenhalt in der Szene.