Dienstag ab 18 Uhr Wuppertaler Gedenkrundgang für vergessene NS-Opfer

Wuppertal · Ein Gedenkrundgang für die vergessenen Opfer des Nationalsozialismus beginnt am Dienstag (27. Januar 2026) um 18 Uhr vor der Schwebebahn-Haltestelle Döppersberg in Wuppertal.

Das Plakat zum Rundgang.

Foto: Veranstalter

Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Wir gehen auch dieses Jahr wieder in Erinnerung an die Millionen Opfer der Nazi-Barbarei auf die Straße! Unser Gedenkrundgang führt uns dieses Jahr auf die Spuren von weitgehend vergessenen Opfergruppen“ heißt es in der Einladung. Sie listet auf.

„Wir erinnern dieses Jahr an die Wuppertaler Bettler, Landstreicher und Obdachlosen, an die ,Arbeitsscheuen‘, Vagabunden und Ganoven, an alle, die nicht in die ,Volksgemeinschaft‘ der Nazis passten, die die Nazis als ,Asoziale" und ,Berufsverbrecher " ins KZ gebracht und zum Teil ermordet haben. Wir erinnern an die Zwangssterilisierten, an die in den .Heil- und Pflegeanstalten‘, Arbeitshäusern und Knästen Eingesperrten. Wir erinnern an die Menschen aus den ,Heil- und Pflegeanstalten‘ und den Forensiken, die vergast oder zu Tode gespritzt wurden.

Wir erinnern an die jüdischen und nichtjüdischen Menschen, die wegen ,Rassenschande‘ eingesperrt und ermordet wurden. Wir erinnern an die Sinti, Roma und Jenischen, die zuerst als ,Asoziale‘ verfolgt und eingesperrt wurden und später systematisch dem rassistischen Völkermord zum Opfer fielen.

Wir erinnern an die Frauen und Mädchen, die als ,Herumtreiberinnen‘, ,Dirnen‘ und Prostituierte eingesperrt wurden. Wir erinnern an die Menschen, die als Homosexuelle, Lesben und Trans-Personen verfolgt und ermordet wurden. Wir erinnern an die Frauen und Männer, die im Knast verschwanden, weil sie Sexualberatung und Schwangerschaftsabbrüche für den ärmeren Teil der Bevölkerung organisierten.

Wir erinnern an die Fürsorgezöglinge, ,Rumtreiberinnen‘ und ,Rumtreiber‘ und Edelweißpiraten, die in den Anstalten und Jugend-KZs eingesperrt wurden. Wir erinnern an die Bewohnerinnen und Bewohner, die in den Notsiedlungen am Klingholzberg, am Giebel, am Haken, am Werloh, am Clausenhof und auf dem Brahm wohnen mussten und die vom NS-Staat auf vielfältige Weise drangsaliert wurden. (Die Liste der vergessenen Opfergruppen ist nicht vollständig.)

Niemand ist vergessen! L’Chaim – Es lebe das Leben! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Auschwitz! Nie wieder ist heute!“