Beide lösen damit Pfarrerin Ilka Federschmidt ab, die 15 Jahre als Superintendentin an der Spitze des Kirchenkreises stand – und nun in den Ruhestand geht. Die 50-jährige Katharina Pött ist seit 15 Jahren Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Langerfeld, der 58-jährige Joachim Denker seit 25 Jahren Pfarrer der reformierten Gemeinde in Ronsdorf.
Dass die öffentliche Vorstellung des neuen Leitungsdoppels für 72.000 Wuppertaler Protestanten in der City-Kirche am Kirchplatz stattfand, hat auch eine symbolische Dimension: Denn sowohl Federschmidt als auch Pött und Denker verstehen „Orte der umfassenden Begegnung“ wie diesen als prägend und wegweisend. Katharina Pött und Jochen Denker, deren gemeinsame Amtszeit acht Jahre betragen wird, kennen sich gut, sind in zahlreiche innerkirchliche Strukturen seit langer Zeit eingebunden – und freuen sich darauf, Gemeindearbeit und Kirchenkreisleitung zukunfts- und menschenorientiert miteinander zu verbinden.
Joachim Denker: „Die Kirche Jesu Christi soll in Wuppertal erkennbar bleiben. Zumal auch in den Quartieren nah bei den Menschen. In Sachen Demokratie hat Kirche sehr wohl etwas zu geben und etwas vorzuleben. Es geht darum, dass wir Menschen trotz aller Unterschiede zusammengehören. Das ist die Botschaft Jesu.“
Katharina Pött ergänzt: „Wichtig ist es, befriedend in einer Stadtgesellschaft zu wirken. Das beginnt schon in der Kita, wo alle so unterschiedlichen Kinder zusammen sind. Oder zeigt sich am Diakonischen Werk, dessen Leistungen ohne Unterschied für alle da sind. Dieses Verbindende wollen wir zeigen und wachsen lassen.“
Joachim Denker schaut nach vorn: „Wir treten nicht mit einem Masterplan in der Tasche an, drücken auch keine Reset-Taste. Der Weg, auf den wir jetzt gemeinsam gehen, ist gut. Aber er geht sich nicht von selbst. Wichtig ist uns, die Wahrnehmung davon zu stärken, wie vielfältig die evangelische Kirche ist, und wie engagiert sie sich an ganz unterschiedlichen Stellen der Stadt präsent zeigt.“
Die bisherige Superintendentin Ilka Federschmidt begrüßt die neue „Version“ des Leitungsamtes, denn sie ist sicher, „dass man Positives wie Negatives viel unmittelbarer mitbekommt, wenn man auch in der eigenen Gemeinde aktiv bleibt.“
Besonders hebt Federschmidt die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den 17 Gemeinden des Kirchenkreises hervor, die sich bis zum Jahr 2030 in sechs Kirchengemeinden zusammenschließen werden. „Dabei haben wir auf Kommunikation, Vertrauensbildung und Beteiligung gesetzt, und das hat sich gelohnt“, so ihre Bilanz.
Wichtig ist Ilka Federschmidt aber nicht nur die City-Kirche als besonderer Ort, sondern auch der sich stetig entwickelnde Fortschritt des Lehr- und Gedenkortes Kemna. Dort, an der Beyenburger Straße 164, wo zwischen 1933 und 1934 bis zu 2.500 politische Häftlinge aus dem Bergischen Land und aus dem Ruhrgebiet unter katastrophalen KZ-Bedingungen inhaftiert waren, trage, so die scheidende Superintendentin, die evangelische Kirche mit Blick auf die damaligen nazi-nahen „Deutschen Christen“, eine besondere Verantwortung. Für die Kemna-Zukunft will sie sich deswegen auf jeden Fall weiterhin ehrenamtlich einsetzen.