„In Wuppertal hat das Erinnern einen besonders hohen Stellenwert – besonders vor dem Hintergrund, dass der Antisemitismus sich wieder merklich ausbreitet, in allen Gesellschaftsschichten. Der Holocaust und die NS-Verfolgung dürfen niemals zu bloßen Kapiteln im Geschichtsbuch werden, wir müssen uns aktiv gegen das Vergessen einsetzen und die Lehren ins Jetzt übertragen“, sagt Oberbürgermeisterin Miriam Scherff.
„Dass Judenhass heute wieder offen auf Straßen, im Netz und in politischen Debatten auftritt, zeigt, wie zerbrechlich Erinnerung ist, wenn sie nicht aktiv gelebt wird. Umso erfreulicher ist es, dass in Wuppertal auch die junge Generation dieses Erinnern mitträgt: Jahr für Jahr bringen sich Schülerinnen und Schüler bei der Gedenkstunde ein und übernehmen die inhaltliche Gestaltung der Veranstaltung“, ergänzt Dr. Ulrike Schrader (Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal).
In diesem Jahr sind es die Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums, die sich im Rahmen eines Projektkurses mit der Frage beschäftigt haben, wie man Orte des Nationalsozialismus auf zeitgemäße Weise präsentieren kann. Im Zentrum der Gedenkstunde steht ein Werkstattbericht, in dem die Jugendlichen ihre Vorstellungen für eine neue, digitale Form der Erinnerungskultur anhand konkreter Beispiele präsentieren. Auch der musikalische Rahmen wird von Schülerinnen und Schülern des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums gestaltet.
Lehrer Daniel Buck hat das Projekt mit dem Titel „Blickpunkte“ am WDG begleitet: „Als Schule, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus stellt, ist es mir als Geschichtslehrer wichtig, diese Absicht auch mit konkretem Inhalt zu füllen. Unsere Stadt ist voller Gebäude und Orte, die eine historische Bedeutung besitzen, gerade auch mit Blick auf den Nationalsozialismus. Die Schülerinnen und Schüler unseres Projektkurses gehen der Aufgabe nach, diese Orte diesbezüglich zu erforschen und zu erzählen, was dort in der NS-Zeit passiert ist.“
Die Gedenkstunde wird von der Stadt Wuppertal, der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal und vom Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium ausgerichtet. Beginn ist um 16 Uhr in der Schul-Aula des Gymnasiums, Johannisberg 20. Eine Anmeldung ist nicht nötig.