Bauer leitete bis dahin den Botanischen Garten Münster als wissenschaftlicher und technischer Leiter. Neben seiner gärtnerischen und internationalen wissenschaftlichen Expertise hat er den Botanischen Garten und den Standort Wuppertal in der Netzwerkstruktur Botanischer Gärten positioniert.
„Mit den grünen Anlagen haben wir in Wuppertal ein Pfund, mit dem wir wuchern können – in Bezug auf Lebensqualität, Klima-Resilienz und Naherholung“, sagt Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. „Die historische Parkanlage Hardt mit dem Botanischen Garten ist eine von Wuppertals fünf größten Grünanlagen und ein wahres Schmuckstück. Daher freue ich mich, dass dieses Schmuckstück bei Dr. Bauer und seinem Team in sehr guten Händen ist.“
Eines von Bauers ersten Projekten auf der Hardt war der Heilpflanzengarten. Er wurde komplett neu strukturiert und inklusive der begleitenden Broschüre vollständig überarbeitet. Die Eröffnung des runderneuerten Heilpflanzengartens ist für die Zeit nach den Eisheiligen ab Mitte Mai geplant.
Ein wichtiges Thema war und ist die Bodenverbesserung im Botanischen Garten. „Hier gilt unser Dank dem Grünen Zoo Wuppertal: Er lieferte uns den Elefantendünger für unsere Maßnahme“, erklärt Bauer. Die Verwendung von Elefantendünger zur Bodenverbesserung ist eine effektive Methode, um den Boden anzureichern.
Auch im Bereich Wissenschaft hat sich im vergangenen Jahr einiges getan: Die Anwendungsgebiete wurden neu gegliedert und auf den aktuellen naturheilkundlichen Stand gebracht. Beliebte Bereiche wie die Gewürze und die Riechabteilung blieben erhalten.
Außerdem war und ist es Bauers Anliegen, innovative Akzente zu setzen. So wurden neue Themenbereiche integriert, darunter die historische Signaturenlehre und das so genannte Zukunftsbeet mit Pflanzen, die aktuell im Fokus der medizinischen Forschung stehen. Die Arbeit schlägt sich auch in der Pflanzenvielfalt nieder. „Der Heilpflanzengarten beherbergt nun mehr als 160 verschiedene Arten und Sorten“, erklärt Bauer.
Ein herausforderndes Projekt war und ist der Kaltwasserteich. Hier mussten die Uferzonen saniert werden, auf denen sich Ackerschachtelhalm und Zaunwinde verbreitet hatten. Dazu musste der Boden saniert werden und der Oberboden wurde abgetragen. Anschließend wird der Bereich neugestaltet, dabei wird der ökologische Aspekt besonders berücksichtigt: In einem Bereich entsteht eine natürliche, artenreiche Sumpfdotterblumen-Feuchtwiesengesellschaft, ein anderer Bereich wird gezielt für Prachtstauden an feuchten Standorten genutzt.
Im Tropenhaus wurden die Beet-Strukturen überarbeitet. Zudem konnten die Sammlungen tropischer Nutzpflanzen wie Kakao oder Papaya und die der Orchideen und Bromelien vergrößert werden.
Zu Bauers Aufgabenbereich zählt auch die Historische Parkanlage Hardt. Das wissenschaftliche Parkpflegewerk stammt von 1990 und wird nun überarbeitet. Dazu wird das Areal kartiert und der Gehölzbestand von 1990 dem von 2025 gegenübergestellt. Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Neupflanzungen durch Spenden ermöglicht.
Dank des großen sowohl ehrenamtlichen Engagements und der tatkräftigen Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fördervereins des Botanischen Gartens wurden im vergangenen Jahr über 240 Veranstaltungen angeboten. Dazu gehören Event-Highlights wie der Frühjahrsmarkt, das Kinderfest, das Fest rund um den Elisenturm und der Büchermarkt.
Im Bereich Bildung und Kooperation stach die Schmetterlingsausstellung hervor, die in Zusammenarbeit mit der Uni Wuppertal gewuppt wurde. 7.788 Besucherinnen und Besucher sahen die großen tropischen Falter, 35 Führungen für Kitas und Schulen wurden angeboten. „Für die engagierte Arbeit möchte ich den Mitgliedern des Fördervereins ganz ausdrücklich danken“, sagt Ressortleiterin Annette Berendes. „Mit ihrer Hilfe können wir vieles ermöglichen, was den Garten bereichert und den Besuchern zugutekommt.“
Für das laufende Jahr stehen bereits etliche Projekte an. So wird das Dach der historischen Korkhütte repariert. Finanziert wird die Maßnahme aus Denkmalschutz-Fördermitteln des Bundes. Die Arbeiten am Kaltwasserteich mit Boden- und Vegetationsarbeiten sollen abgeschlossen werden. Die Schauvitrinen werden überarbeitet: So wird die Präsentation der fleischfressenden Pflanzen modernisiert. Botanische Raritäten wie Moosfarne und Bärlappgewächse werden künftig in den beiden Vitrinen neben dem Sukkulentenhaus präsentiert.
Und auch das vielfältige Programm soll in enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein fortgeführt werden: Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Führungen, Märkte und Ferienprogramm sind gesetzt.