Bekannt wurde der Fall, nachdem sich ein Kind seinen Eltern anvertraut hatte. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es zu unangemessenen Berührungen gekommen sein. Wer sich mutmaßlich übergriffig verhalten haben soll, ist derzeit noch unklar. Das Kind habe den Namen der betreffenden Person nicht genannt. Ob möglicherweise weitere Kinder betroffen sind, wird aktuell geprüft.
Die Betreuung wurde bereits zum 1. Mai pausiert, inzwischen ist die Trägerschaft beendet worden. Der betreuende Verein stellte am 11. Mai Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Kriminalpolizei, Eltern erhielten ihre Beiträge zurück. Ziel sei es gewesen, Kinder bis zur Klärung des Sachverhalts keiner unsicheren Betreuungssituation auszusetzen.
„Dieser Verdacht macht uns sehr betroffen“, sagt Schuldezernentin Annette Berg. Jetzt gelte es, „alles daran zu setzen, die Kinder und ihre Familien zu schützen“. Die Elternschaft wurde nach Angaben der Stadt in Abstimmung mit Schulaufsicht und Schulleitung informiert.
Auch Familien, deren Kinder erst nach den Sommerferien eingeschult werden sollen, erhielten Informationen zu dem Fall. Die Schule wolle damit bewusst transparent umgehen und verhindern, dass Eltern später nur über Gerüchte von dem Verdacht erfahren und dadurch verunsichert werden, ob ihr Kind eine von dem Fall betroffene Schule besucht.
Begleitet wird die Schule derzeit von der Fachstelle für sexualisierte Gewalt im Jugendamt. Im Mittelpunkt stünden sowohl Schutzmaßnahmen für Kinder als auch Unterstützungsangebote für Familien und die Frage, wie Vertrauen innerhalb der Schulgemeinschaft wieder gestärkt werden könne. Aktuell finden an der Schule Präventions- und Aufklärungsangebote für die Kinder statt.
In mehreren Einheiten wird besprochen, was gute und schlechte Geheimnisse sind, wo persönliche Grenzen beginnen und an wen Kinder sich wenden können, wenn ihnen etwas unangenehm vorkommt. Parallel werde geprüft, ob Schutzkonzepte angepasst oder Teams weiter fortgebildet werden müssen, sagt Tabea Symanzik von der Fachstelle für sexualisierte Gewalt. Für Eltern wurden Beratungs- und Gesprächsangebote eingerichtet.
Auch organisatorisch hat der Wegfall der Betreuung Folgen für den Schulalltag. Nach Angaben der Schulleitung können alle Kinder weiterhin bis 13.20 Uhr beschult werden. Hausaufgaben wurden auf wenige Tage reduziert, zudem sagte das Kollegium einen geplanten Lehrkräfteausflug ab, um zusätzliche Betreuungskapazitäten zu schaffen. Gleichzeitig unterstützen sich viele Eltern derzeit gegenseitig, etwa bei der Betreuung einzelner Kinder, um Ausfälle aufzufangen.
Bei dem Angebot handelte es sich bislang um eine von einem Verein organisierte Betreuung. Nach Angaben der Stadt solle das Angebot perspektivisch in eine reguläre OGS-Struktur überführt werden.