Der Grüne Weg: Seit 20 Jahren auf zwei Rädern

Der Grüne Weg : Seit 20 Jahren auf zwei Rädern

Der Verein "Der Grüne Weg. Mit dem Fahrrad zur Partnerstadt" feiert Jubiläum. Die Er-Fahrung zeigt: Gemeinsam schwitzen, statt am Tisch zu sitzen — so kann Völkerverständigung klappen.

Als sich Anfang 1998 sieben Leute in der VHS trafen, um einen Radfahrverein für Städtepartnerschaftstouren zu gründen, ahnte niemand, dass diese Idee zu einer der wesentlichen Stützen der Wuppertaler Städtepartnerschaftsarbeit werden würde.

Der Verein "Der Grüne Weg. Mit dem Fahrrad zur Partnerstadt" hat heute etwa 70 feste Mitglieder — und zählt über die Jahre etwa 800 Tour-Teilnehmer. Der Gründung vorausgegangen waren vier Radfahrbegegnungen mit englisch-deutschen Teilnehmern im Rahmen des VHS-Fremdsprachenprogramms. Namens- und ideenstiftend war dabei der Besuch von 16 Radlern aus der englischen Partnerstadt South Tyneside, die im Mai 1997 unter dem Motto "The Green Route" eine Radtour in ihre Partnerstadt Wuppertal unternahmen und über die Volkshochschule Gleichgesinnte für zukünftige gemeinsame Projekt suchten — und fanden.

Nach den anfangs stark nach England ausgerichteten Projekten folgte 2000 mit Hilfe des Freundeskreises Liegnitz unter der Leitung von Professor Siegfried Maser († 2016) der Brückenschlag zur polnischen Partnerstadt Legnica. Mit der dortigen Radfahr-Organisation "Ekorama" verbindet den "Grünen Weg" seitdem eine enge Freundschaft. Es folgten Radtouren nach St. Étienne (Frankreich, 2001), Schwerin (2002), Berlin-Tempelhof/Schöneberg (2003), nach Košice in der Slowakei (2004), nach Beer-Sheva in Israel (2005), nach Matagalpa in Nicaragua (2006) und erste Etappen in Richtung Jekatrinburg in Russland. Auf dieser Strecke ist der bisher vorläufige Endpunkt St. Petersburg gewesen.

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Radfahren nicht nur gesund und umweltverträglich, sondern auch ein gutes Mittel ist, einander näherzukommen, Vertrauen zu entwickeln und Sprachbarrieren zu überwinden. Städtepartnerschaften bieten dafür ideale Anknüpfungspunkte. Der beste Beweis dafür, dass so auch dauerhafte Verbindungen entstehen können, ist die regelmäßige Teilnahme israelischer Radfahrer an den Europa-Touren des Grünen Weges.

Neben den international ausgerichteten Projekten kann "Der Grüne Weg" aber auch auf viele lokale Ereignisse und Kurztouren zurückblicken: Beispielsweise das "WupperWippen", eine Radtour von der Wupperquelle bis zur Wuppermündung. Für 2018 stehen außerdem wieder zahlreiche kurze und längere Touren in Deutschland und darüber hinaus auf dem Programm.

Von Mittwoch (30. Mai 2018) bis Samstag (2. Juni 2018) hat "Der Grüne Weg" zu Radfahr-Aktionstagen in und um Wuppertal eingeladen — mehr auf www.gut-fuer-wuppertal.de. 45 Gäste aus South Tyneside, St. Étienne, Legnica, Schwerin und Berlin haben sich dazu angemeldet.
Am Samstag, 2. Juni, steigt der Festtag mit einem bunten Fest in der "Börse" (Wolkenburg 100) um 19 Uhr. Alle weiteren Informationen gibt es auf www.der-gruene-weg.de

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