Flashmob am 13. Februar vor dem Rathaus „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Wuppertal · Wuppertal will am Freitag (13. Februar 2026) erneut ein kraftvolles Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Im Rahmen des weltweiten Aktionstags „One Billion Rising“ lädt die Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung zu einem Tanz-Flashmob auf den Rathausvorplatz in Barmen (Johannes-Rau-Platz 1) ein.

Flashmob im Jahr 2020 auf dem Elberfelder Kirchplatz.

Foto: Wuppertaler Rundschau/flo

Ab 14 Uhr wird gemeinsam zur Choreografie des Liedes „Break the Chain“ getanzt, „um Solidarität, Empowerment und Widerstand gegen patriarchale Gewalt auszudrücken“, heißt es. Der internationale Aktionstag erinnert jährlich daran, dass weltweit jede dritte Frau – also eine Milliarde (one billion) – in ihrem Leben Opfer von körperlicher Gewalt oder Vergewaltigung wird. Unter der zentralen Botschaft „Ich wehre mich gegen Gewalt“ soll die Aktion Betroffenen Mut machen und die Öffentlichkeit für ein Thema sensibilisieren, das nach wie vor tief in der Gesellschaft verwurzelt ist.

Die Teilnahme am Flashmob ist sowohl nach vorheriger Anmeldung unter maike.liebetanz@stadt.wuppertal.de zur besseren Planung als auch ganz spontan möglich.

Um die Hemmschwelle zu senken, bietet die Stadt im Vorfeld offene Tanzstunden an, in denen die weltweit bekannte Choreografie gemeinsam geübt werden kann. Die offenen Tanzstunden finden am Montag (9. Februar) von 20 bis 21 Uhr sowie am Donnerstag (12. Februar) von 15 bis 16 Uhr und von 16 bis 17 Uhr in der Tanzschule Urban Art Complex in Wuppertal-Elberfeld (Zollstraße 11) statt. Informationen zu den Terminen sowie ein Link zum Video der Tanzschritte sind ebenfalls auf der Website der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung zu finden.

Auch wer keine Tanzerfahrung hat, ist ausdrücklich eingeladen teilzunehmen. Ergänzt wird die Aktion auf dem Rathausvorplatz durch die Soroptimist-Clubs Wuppertal, die mit der Verteilung roter Schuhe ein mahnendes Symbol für die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt setzen und an einem Infotisch über lokale sowie bundesweite Hilfsangebote aufklären.

Wie notwendig dieser Protest weiterhin ist, belegen die aktuellen Zahlen aus Wuppertal. Maike Liebetanz, Fachreferentin für geschlechtsspezifische Gewalt, betont, dass Gewalt gegen Frauen ein gesamtgesellschaftliches Problem bleibt, das alle Altersgruppen und sozialen Schichten betrifft.

Im Jahr 2025 wurden allein in Wuppertal 996 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt erstattet. „Die Unterstützungseinrichtungen vor Ort arbeiten an ihrer Belastungsgrenze: Das Wuppertaler Frauenhaus war im Jahr 2024 durchgängig ausgelastet, während die Frauenberatung & Selbsthilfe im selben Zeitraum 1.150 Frauen betreute“, so die Verwaltung. „Zudem verzeichnete die Beratungsstelle von Frauen helfen Frauen insgesamt 695 Beratungskontakte zu Frauen, die von häuslicher Gewalt und Stalking betroffen waren.“ (Hinweis zur Statistik: Aufgrund einer geänderten Definition von häuslicher Gewalt sind diese Zahlen nur bedingt mit früheren Statistiken vergleichbar, verdeutlichen aber eindringlich den hohen Bedarf an Schutz- und Beratungsstrukturen.)

Begleitet wird der Aktionstag durch eine stadtweite Postkartenaktion mit den Motiven „walk, dance, rise!“ und „I’m simply wonderful“, die direkten Bezug auf die Lyrics und Bewegungen von „Break the Chain“ nehmen. Die Karten liegen in der Gastronomie, im Einzelhandel, in Kulturstätten sowie in öffentlichen Einrichtungen wie dem Rathaus Barmen, dem Verwaltungshaus Elberfeld, der Stadtbibliothek und der Bergischen VHS aus.

Auf ihren Rückseiten bieten sie wichtige Hintergrundinformationen zum Aktionstag und listen direkte Anlaufstellen für Hilfe in Wuppertal auf. Um die Sichtbarkeit des Protests weiter zu erhöhen, wird das Motiv „walk, dance, rise!“ zusätzlich an den Haltestellen der Schwebebahn plakatiert.