Kinder- und Jugendkriminalität Hafke (FDP) für „Letzte-Chance-Bootcamp“

Wuppertal · Mit einer Initiative im Landtag will der Wuppertaler Abgeordnete Marcel Hafke mit der FDP-Fraktion die Kinder- und Jugendkriminalität wirksamer bekämpfen.

Marcel Hafke.

Foto: James Zabel

Ziel sei es, „junge Intensivtäter frühzeitig zu erreichen, Gewaltspiralen zu durchbrechen und zu verhindern, dass der Jugendstrafvollzug zur nächsten Station in einer verfestigten Täterkarriere wird“. Kern des Antrags „Kinder- und Jugendkriminalität entgegnen – Mehr Prävention mit mehr Verbindlichkeit und Verantwortlichkeit verbinden“ sei die Einführung verpflichtender „Letzte-Chance-Bootcamps als vorgeschaltete Alternative zum Jugendstrafvollzug“. Diese sollten dort ansetzen, wo „Gespräche und klassische Sozialarbeit allein nicht mehr ausreichen“.

Hafke: „Angesichts immer jüngerer Tatverdächtiger und zunehmender Gewalt darf es keine Denkverbote geben. Für eine kleine Gruppe jugendlicher Intensivtäter reichen gut gemeinte Gespräche nicht mehr aus. Bevor junge Menschen im Gefängnis landen, müssen wir ihnen eine letzte, ernsthafte Chance geben.“

Die „Bootcamps“ sind laut Hafke „keine Straflager, sondern ein strukturierter Neuanfang mit klaren Regeln, verbindlichem Tagesablauf, Sport sowie praktischen und handwerklichen Angeboten“. Sie seien „konsequenter als klassische Sozialarbeit, aber deutlich milder als der Jugendknast“.

Der FDP-Politiker: „Härter als Sozialarbeit, milder als Haft – genau in diesem Raum können wir Gewalt verhindern, Haftkarrieren durchbrechen und Lebensläufe retten.“ Eine erfolgreiche Prävention könne nur gemeinsam mit den Eltern gelingen kann: „Wer sich dauerhaft seiner Verantwortung entzieht, dürfe nicht erwarten, dass der Staat sämtliche Folgen auffange: „Eltern müssen Teil der Lösung sein. Wo Mitwirkung verweigert wird, müssen spürbare Konsequenzen folgen – bis hin zu Leistungskürzungen beim Kindergeld. Das ist kein Strafgedanke, sondern ein klares Signal für Verantwortung.“

Hafke: „Wuppertal braucht Mut zu klaren Entscheidungen und zu neuen Wegen in der Jugend- und Sicherheitspolitik.“ Die Stadt dürfe „junge Menschen nicht aufgeben, müsse Gewalt aber konsequent entgegentreten“.