Bierdeckel-Aktion: K.O. für Stammtischparolen

Bierdeckel-Aktion: K.O. für Stammtischparolen

Mit 45.000 Bierdeckeln gegen fremdenfeindliche Vorurteile: Eine politische Bildungsaktion verschiedener Initiativen will jetzt in Kneipen für die nötigen Gegenargumente sorgen.

Der Stammtisch ist überall! Im Supermarkt, in der Bahn, bei der Arbeit. Immer öfter wird man mit rassistischen Parolen und Vorurteilen konfrontiert. Und meist hat man dann keine passende Antwort parat. Das will die Aktion "Auf den Deckel!" jetzt ändern. Mit sechs verschiedenen Motiven wollen die Initiatoren (Bergische VHS, Regionalbüro Arbeit & Leben und Demokratie & Toleranz) Argumente gegen fremdenfeindliche Vorurteile liefern. 45.000 Deckel werden in den kommenden Wochen dazu in Kneipen, Cafés und Veranstaltungsräumen ausgelegt.

Das Prinzip funktioniert so: Auf der eine Seite der Deckel ist ein Vorurteil gedruckt wie etwa "Flüchtlinge nehmen Deutschen die Arbeitsplätze weg". Die Rückseite liefert dann Fakten und Zahlen: "Ohne Zuwanderung würden Deutschland in 20 Jahren ca. zehn Millionen Arbeitskräfte fehlen. Das Szenario: Alterung, Schrumpfung, wirtschaftlicher Niedergang." "Es ist wichtig", sagt Detlef Vonde (VHS), "solche Vorurteile nicht unkommentiert zu lassen, sondern Widerspruch zu leisten."

Zufällig sei man auf diese Aktion gestoßen, die in Sachsen ihren Ursprung hat. "Wir sind uns bewusst, dass wir die Leute mit den Bierdeckeln nicht von ihrer politischen Meinung abbringen", weiß Jan Sudhoff (Arbeit & Leben). "Aber wir wollen damit Denkanstöße geben und Diskussionen auslösen." Ziel sei es, Sachlichkeit in die oft aufgeheizte Asyl-Debatte zu bringen. Deshalb wurden für die Bierdeckel konkrete, nachprüfbare Zahlen und Zitate zu den Themen Arbeitsmarkt, Kriminalität, Integrationskosten und Fluchtursachen gewählt. "Im besten Fall", hofft Nina Bramkamp (Demokratie & Toleranz) "werden die Leute angeregt, sich ausführlicher mit den Themen zu befassen."

Am 5. Dezember wird es in der Stadtbibliothek (Kolpingstraße) einen Stand zur Aktion geben.

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