Kein Gas, viel Frost und Frust

Kein Gas, viel Frost und Frust

Seit Monaten funktioniert die Heizung in einem Mehrfamilienhaus an der Flensburger Straße nicht, weil der Vermieter kein Geld an die Stadtwerke zahlt. Besonders hart trifft das Familie D., die jetzt dringend eine neue Wohnung sucht.

Die Freude darüber, eine geeignete Wohnung gefunden zu haben, währte nur kurz. "Als wir mit unseren drei Kindern im Juni 2014 hier eingezogen sind, sagte der Vermieter, es würden gerade umfassende Sanierungsarbeiten durchgeführt. Dem war auch ansatzweise so. Doch nur kurz, dann tat sich nichts mehr," erinnert sich Yilmas D.

Dafür tat sich an anderen Stellen im Haus Flensburger Straße 29 einiges: Der durch das undichte Dach dringende Regen fand seinen Weg bis in die unteren Etagen, sorgte für Schimmelbildung in vielen Räumen. In der 95 Quadratmeter großen Wohnung ist neben Küche und Bad besonders das Kinderzimmer des zehnjährigen Sohnes und der neunjährigen Tochter betroffen: Sie wurden zwischenzeitlich ins Wohnzimmer umquartiert. "Immer wieder haben wir versucht, das Immobilienunternehmen, dem das Haus gehört, dazu zu bewegen, die unhaltbaren Zustände zu beseitigen. Bisher ohne Erfolg. Auch als wir die Miete entsprechend kürzten, erfolgte keine Reaktion," erklärt die Ehefrau.

Reagieren mussten stattdessen vor etwa drei Monaten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) und drehten den Gashahn ab. Seit dieser Zeit sitzt die Familie, zu der noch ein anderthalbjähriger Junge gehört, und die gerade weiteren Nachwuchs erwartet, ohne Heizung da. "Von den WSW wurde uns mitgeteilt, dass der Vermieter schon länger kein Geld mehr zahle." berichtet Yilmas D. "Ohne Heizung ist es vor allem abends und nachts sehr kalt und dazu breitet sich der Schimmel ungehemmt weiter aus. Das wollen wir uns und den Kindern nicht mehr länger zumuten. Bis auf eine weitere sind bereits alle Wohnungen im Haus verlassen. Wenn sich nicht umgehend was tut, müssen wir auch hier raus", so die Mutter.

Auf Rundschau-Nachfrage bestätigt Stadtwerke-Sprecher Rainer Friedrich diese Angaben: "Die Außenstände des Vermieters, der uns diesbezüglich bereits in der Vergangenheit öfters negativ aufgefallen ist, sind so hoch, da haben wir null Handlungsspielraum."

Der Geschäftsführer der GmbH, der das Problem-Objekt gehört, ist unter der angegebenen Handynummer trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar. Immerhin: Eine der vier Geschäftsstellen, die das Unternehmen in Deutschland unterhält, sichert einen Rückruf des Chefs zu. Der bleibt aber aus, während für Familie D., die aktuell von Hartz IV lebt, die Zeit drängt: Die Geburt des vierten Kindes steht unmittelbar bevor und die Zustände im Haus und ihrer Wohnung verschlechtern sich stetig.

"Wir suchen verzweifelt ein neues Domizil mit mindestens vier Zimmern, Küche und Bad, sind aber nicht fündig geworden. Vom Jobcenter haben wir die Zusage, dass die Umzugskosten übernommen werden," sagt Yilmas D.

Mehr von Wuppertaler Rundschau