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7. Gesamtschule in Wuppertal: Badische Straße soll geprüft werden

Gesamtschul-Standortsuche : Badische Straße soll geprüft werden

Die Stadtverwaltung soll die von CDU und Grünen ins Gesprächs gebrachte Dependance-Lösung für den Bau der 7. Gesamtschule im Wuppertaler Osten prüfen. Das hat der Rat in seiner Sitzung am Montag (11. Mai 2020) beschlossen.

Auslöser der neuen Standortdiskussion war die Tatsache, dass die Bemühungen der Stadt um den Ankauf eigentlich favorisierten ehemaligen Art-Hotel-Areals an der Bockmühle am Kaufpreis gescheitert sind. Ins Visier genommen werden jetzt die Flächen an der Badischen Straße, der Klippe und der Spitzenstraße. Eine erste grobe Einschätzung der Verwaltung rückt dabei das Gelände an der Badischen Straße in den Fokus (die Rundschau berichtete).

Schuldezernent Stefan Kühn erklärte im Rat einleitend: „Wir legen Ihnen heute keinen Grundsatzbeschluss vor, weil noch ganz viele Aspekte zu prüfen sind. Für die neuen Standorte gibt es nur grobe Planungsskizzen. Gerade an der Badischen Straße ist die Komplexität des Geländes erheblich. Wir könnten da eine Art Sport-Campus mit dem Sportplatz und der Kletterhalle sowie einer Dreifach-Turnhalle der Schule schaffen. Aber dazu muss mit allen Beteiligten geredet werden und wir müssen auch die Fragen von Grundstücksankäufen klären. Etwa im Hinblick auf das Gelände der Soccer-Halle.“

Dass im Zuge der Prüfung neuer Standorte das Sportgelände der Breiten Burschen Barmen und die Kleingärten an der Leibuschstraße kurzerhand überplant wurden, hatte in den letzten Tagen zu heftigen Protesten geführt. Bürgermeister Marc Schulz (Bündnis 90/Grüne) nahm das zum Anlass, die Verwaltung zu ermahnen, die Vereine und ihre Arbeit wertzuschätzen und die von ihnen genutzten Flächen nicht einfach als Planungsmasse zu behandeln. Der gemeinsam mit der CDU eingebrachte Antrag, die Schule als Gebäude an der Badischen Straße mit Dependance an der Klippe zu errichten, solle aus der schnell hochgekochten Diskussion „die Luft etwas herausgelassen werden“. Die neue Planungsidee könne man in Ruhe prüfen und gemeinsam mit den Vereinen entwickeln. Oberbürgermeister Andreas Mucke schlug in die gleiche Kerbe: „Das ist dumm gelaufen. Ich bei den Breiten Burschen auch schon persönlich deutlich gemacht.“

Die SPD tut sich mit dem Gedanken an eine Dependance-Variante schwer. „Aus schulfachlicher Sicht ist das bei einem Neubau nicht der Renner“, so Fraktionschef Klaus-Jürgen Reese.

Jenseits der Standortfrage stehen hinter der Finanzierung des Gesamtschulprojekts noch erhebliche Fragezeichen. Mitte vorigen Jahres wurde mit Kosten in Höhe von rund 60 Millionen Euro inklusive einer Dreifach-Sporthalle gerechnet. Die Entwicklung bei den Baupreisen legt aber nahe, dass dieser Betrag kaum reichen wird. In der Finanzplanung muss aber schon auf der aktuellen Basis ein Restbetrag von rund 30 Millionen Euro im Zeitraum nach 2024 dargestellt werden.