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BUGA-Diskussion: Schätzungen, Vermutungen und Hoffnungen

BUGA-Diskussion : Schätzungen, Vermutungen und Hoffnungen

Betr.: „Uni-Studie spricht für BUGA“

Es ist schon verwunderlich, mit welch fast missionarischem Eifer die Durchführung einer Bundesgartenschau in Wuppertal beworben wird. Wer gab den Auftrag für die fragliche Studie? Die Stadt Wuppertal? Das dementiert Herr Slawig. Oder setzten sich Frau Stein und Herr Busch hin und begannen zu schätzen und zu überschlagen? Das Ergebnis ist natürlich im Sinne des Fördervereins.

Auffällig, wer in diesem zu finden ist: Hochrangige Sparkassen- und Stadtverwaltungsleute, Politiker, ein Ex-OB, Professoren und Hochschullehrer, Geschäftsführer und Anwälte, Unternehmer (zum Beispiel für Landschaftsgartenbau und Kommunikation), Einzelhändler, Gastronomen. Da stellt Herr Slawig berechtigt die Frage, wer profitiert.

Die Studie ist in der Tat eine Machbarkeitsstudie – nicht ob, sondern dass eine Bundesgartenschau machbar ist. Da denkt man an den Spruch: Wes’ Brot ich ess’, des Lied ich sing’!

Wichtig (und eine gescheite Basis für die Entscheidung der Stadtratsmitglieder, die eventuell abnicken) wäre eine Bürgerabstimmung gewesen. Warum eine solche wohl nicht durchgeführt wurde? Zeit wäre (ist) vorhanden (gewesen). Fehlte Personal? Ein Aspekt, über den eisern geschwiegen wird.

  • Symbolbild.
    Mögliche Wuppertaler Bewerbung : Uni-Studie spricht sich für BUGA 2031 aus
  • Die möglichen Areale.
    Zwei weitere Termine : BUGA-Förderverein will informieren
  • Arno Minas ist Wuppertals Dezernent für
    Dritter Infoabend am Mittwoch : Beigeordneter Minas beim BUGA-Förderverein

Wie soll mit immer weniger Personal die tägliche Arbeit bewältigt und nebenbei eine Mammutaufgabe erfüllt werden? Bekanntlich wird sich bis Ende der 2020er-Jahre die aktuelle Mitarbeiterzahl der Stadtverwaltung halbiert haben. Wird der Förderverein zusätzlich erforderliches Personal bezahlen?

Unerwähnt bleibt in der Studie, dass für Brücke und Seilbahn viel Natur wird zerstört werden müssen, dass Anwohner gegen die Baumaßnahmen protestieren werden, Preise steigen werden, Material fehlen wird, wie unter Umständen an Aufträgen Interessierte. 

Das Gegenfazit zur Uni-Studie lautet: Mit Schätzungen, Vermutungen und Hoffnungen zu operieren, ist wenig seriös. Wer der Studie glaubt, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Betrachtet man die vielen anderen Unabwägbarkeiten und Gefahren, die in der Durchführung einer von vergleichsweise weni-

gen, aber zweifellos nicht uneinflussreichen, Prominenten herbeigesehnten Bundesgartenschau liegen, dürfte die Entscheidung des Stadtrates eigentlich auf der Hand liegen.

Eigentlich.

 Frank Khan