Mit großem Entsetzen habe ich Ihren Bericht über die sogenannten „Pflegemaßnahmen“ auf der Königshöhe gelesen. Was sich nun öffentlich zeigt, ist genau das, was viele Kritiker der BUGA-Planungen seit Jahren befürchtet haben: Noch bevor zentrale Gutachten vorliegen, noch bevor Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sind, noch bevor überhaupt klar ist, wer die geplante Seilbahn betreiben oder finanzieren soll, werden im Wald Tatsachen geschaffen.
Offiziell handelt es sich um „Waldumbau“ und „Pflege“. Doch wer die Entwicklung aufmerksam verfolgt hat, konnte mit einem Blick in die sprichwörtliche Glaskugel ahnen, wohin die Reise geht. Schneisen entstehen nicht zufällig dort, wo später Infrastruktur geplant ist. Wenn ein Projekt politisch gewollt ist, beginnt es häufig mit scheinbar harmlosen vorbereitenden Maßnahmen.
Besonders irritierend wirkt in diesem Zusammenhang die ökologische Inszenierung der Arbeiten. Der Einsatz von Rückepferden mag grundsätzlich begrüßenswert sein – doch wenn im weiteren Verlauf Baustraßen angelegt, Flächen verdichtet und technische Erkundungen vorbereitet werden, entsteht der Eindruck eines grünen Deckmantels für ein Infrastrukturvorhaben, das noch nicht einmal abschließend genehmigt ist.
Der Wald auf der Königshöhe ist kein Experimentierfeld und kein vorgezogener Bauabschnitt. Er ist ein schützenswerter Naturraum. Planungsverfahren sollen ergebnisoffen geführt werden. Wenn jedoch bereits vor Abschluss dieser Verfahren Fakten geschaffen werden, stellt sich die Frage, wie offen diese Prozesse tatsächlich noch sind.
Ich hoffe sehr, dass hier Transparenz hergestellt und geprüft wird, ob die Maßnahmen tatsächlich ausschließlich der Waldpflege dienen – oder ob wir gerade Zeugen eines schrittweisen Vorgriffs auf die BUGA-Infrastruktur werden.
Ulrich Schmidt
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