Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) arbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sowie dem Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft (IenW) in den Niederlanden und der Provincie Noordbrabant seit 2016 an der Realisierung der internationalen Bahnverbindung.
„Es zeichnet sich sehr deutlich ab, dass die Verbindung vom bisherigen Linienende in Venlo bis nach Eindhoven nicht wie vorgesehen umgesetzt werden kann. Ursächlich sind insbesondere Verzögerungen bei der Fahrzeuglieferung. Parallel verzögern sich notwendige Arbeiten im und um den Bahnhof Venlo“, so der VRR. (Bilder)
Erste Nacht der Gleissperrung
Der Grund: „Die bestellten Mehrsystemfahrzeuge vom Typ FLIRT3XL von Stadler sind erforderlich, um den Betrieb sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Infrastruktur durchführen zu können. Ohne diese Fahrzeuge ist ein durchgehender internationaler Betrieb nicht möglich – und genau diese Züge fehlen. Die Folge: Der RE 13 kann in einer Übergangsphase nur wie bisher zwischen Hamm und Venlo verkehren.“
Aufgrund der Lieferverzögerungen sie in der Übergangsphase ein Betrieb mit Ersatzfahrzeugen erforderlich, da die bislang eingesetzten Fahrzeuge nach Vertragsende nicht mehr zur Verfügung stünden. Diese Fahrzeuge seien technisch nicht in der Lage, die niederländische Strecke weiter Richtung Eindhoven zu bedienen.
„Wir wissen, wie wichtig diese internationale Verbindung für viele Reisende ist. Umso entscheidender ist es, dass die notwendigen Fahrzeuge schnellstmöglich bereitstehen. Wir appellieren an den Hersteller, die weitere Produktion mit höchster Priorität voranzutreiben. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine zuverlässige und attraktive Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden“, sagt VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke.
Infrastrukturarbeiten in den Niederlanden
Parallel verzögern sich notwendige Arbeiten im und um den Bahnhof Venlo. Diese Maßnahmen sind eine weitere Voraussetzung für den grenzüberschreitenden Betrieb über Venlo hinaus Richtung Eindhoven
„Nach derzeitigem Kenntnisstand wird die Umsetzung der Arbeiten in Venlo noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die niederländischen Partner prüfen gemeinsam mit dem niederländischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen ProRail und den beteiligten Eisenbahnunternehmen Möglichkeiten, den Zeitraum der Einschränkungen zu überbrücken und Abläufe zu beschleunigen, damit sich die Umsetzung nicht weiter bis möglicherweise in die 2030er Jahre verzögert“, heißt es.
Ausblick und weitere Informationen
VRR und NWL auf deutscher sowie das IenW und die Provincie Noordbrabant auf der anderen Seite der Grenze arbeiten weiterhin intensiv daran, die internationale Verbindung Eindhoven – Hamm so schnell wie möglich zu realisieren. „Alle beteiligten Institutionen stehen in engem Austausch, um die bestmögliche Lösung für die Fahrgäste auf beiden Seiten der Grenze zu erreichen. Wir verfolgen gemeinsam das Ziel, diese wichtige internationale Verbindung so schnell wie möglich Realität werden zu lassen“, so Oliver Wittke.
Gleichzeitig gelte: „Ohne rechtzeitig verfügbare Mehrsystemfahrzeuge ist ein zuverlässiger, durchgehender Betrieb nicht darstellbar. Der VRR erwartet daher von Stadler eine deutliche Beschleunigung der Auslieferung.“