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Wuppertaler OB-Kandidatur: Ein Totschlag-Argument

Wuppertaler OB-Kandidatur : Ein Totschlag-Argument

Betr.: Leserbrief „Überholte binäre Sicht auf Geschlechterrollen“

In NRW gibt es mit Henriette Reker eine Frau im Amt der Oberbürgermeisterin. Quote: 4 Prozent. Der Blick auf die 16 Bundesländer offenbart 14 Prozent. Hier die Möglichkeit einer nicht binären Selbstwahrnehmung der Amtsinhaber als Gegenargument anzubringen, ist eine maßlose Ignoranz der ungerechten Realität in unserer Gesellschaft.

Die Argumentation rückt den eigentlichen Kern der Kritik aktiv und gewollt aus dem Fokus der Diskussion: Chancengleichheit. Man nennt dies umgangssprachlich ein Totschlag-Argument. Denn egal mit welchem Gefühl unsere OB-Kandidaten heute morgen in den Spiegel geschaut haben, die Kandidatinnenquote der etablierten Parteien verbleibt in Wuppertal bei spektakulären null Prozent.

Hier kein Problem zu erkennen – oder dieses auf die Wahrnehmung der Autorin zurückzuführen – dürfte die größte Verbreitung wohl im Profil „PonC“, konservativ, männlich haben.

Daniel Heinenberg