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Zukunft des WSV: Das Pflänzchen nicht wieder zertreten

Zukunft des WSV : Das Pflänzchen nicht wieder zertreten

Betr.: Zukunft des WSV

Ich frage mich ernsthaft, warum es nicht möglich ist, einen vernünftigen Umgang miteinander zu finden?

Bevor hier wieder einseitig die Schuldfrage diskutiert wird, sollten sich doch alle (!) Beteiligten einmal die Frage stellen, ob die Art und Weise, mit der jeweils sowohl Friedhelm Runge als auch „Wir.WSV“ miteinander umgehen, die richtige ist.

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Fakt ist, da muss man unumstößlich Friedhelm Runge Recht geben, in dem wohl schwersten Jahr des WSV seit Bestehen, hat er in Abwicklung der Insolvenz die Scherben, die von „WSV 2.0“ hinterlassen wurden, zusammengefegt und den WSV gerettet. Und diese Insolvenz und den Schuldenberg hat Friedhelm Runge nicht zu verantworten. Da stellt sich durchaus die Frage, wo die „Freunde“ des WSV da waren?

Die Art und Weise, wie der Verein „Wir.WSV“ dann seine Gründung bekannt gab, wirft auch die Frage auf, ob tatsächlich alle, da nehme ich jetzt mal die Familie Pröpper ausdrücklich aus, wirklich die gleichen Ziele verfolgen.

Warum hat man sich nicht im Vorfeld, finanziell oder mit Vermittlung von potenziellen Sponsoren an der Rettung beteiligt, oder frühzeitig, wie es ja auch Thomas Richter gesagt hat, der ja nicht als Sprachrohr von Friedhelm Runge fungiert, das Gespräch gesucht?

Auch müssen sich hier namhafte Unternehmen in Wuppertal ernsthaft die Frage stellen, warum man lieber in Nachbarstädten Millionenbeträge bei einem Bundesligisten verpulvert, statt, wie bereits 2013 angekündigt, hier vor Ort in der Stadt, in der und mit der man viel Geld verdient hat, Engagement beim einzigen erfolgreichen Fußballverein zu zeigen?

Natürlich ist die Art und Weise von Friedhelm Runge, sowohl im „Gespräch“ mit der IHK, als auch mit diesem offenen Brief, nach meiner Ansicht nicht der richtige Weg. Aber: Bei so viel Engagement, das er als wirklich einziger Unternehmer (nach RWFK/ Buchmüller) in diesem Maße in den vergangenen 45 Jahren gezeigt hat, ohne irgendeine Gegenleistung zu fordern, ist diese Reaktion menschlich verständlich.

Das ist nicht nur traurig, sondern da sollte man sich mal ein Beispiel an Rot-Weiss Essen nehmen, wo, egal in welcher Situation, die ortsansässigen Unternehmen mehr Lokalpatriotismus zeigen!

 Jetzt wäre es nicht an der Zeit, wieder Grabenkämpfe zu führen, sondern endlich den Werbeträger Nr.1 und neben dem BHC das sportliche Aushängeschild der Stadt endlich wieder gemeinsam (!) neu aufzustellen!

Den Anfang hat die sportliche Leitung und die Mannschaft, mit der Unterstützung von Friedhelm Runge, gemacht. Keine der beiden Seiten sollte das zarte Pflänzchen jetzt wieder zertreten!

Stephan Volter