Zwölffache Live-Performance und Open-air-Ausstellung Lebendige Stillleben mit Amanda Coogan

Wuppertal · Die international renommierte irische Performance-Künstlerin Amanda Coogan übernimmt ab Ende Juni 2024 die komplette Elberfelder Innenstadt mit zwölf „Long Duration Performances“ – begleitet von einer dreimonatigen Open-Air-Ausstellung. „[con]temporary Wuppertal“ – so heißt das Event der Galerie „Kunstkomplex“, das am Samstag (29. Juni 2024) startet.

Die irische Performance-Künstlerin Amanda Coogan kommt für ein Innenstadt-Event nach Wuppertal.

Die irische Performance-Künstlerin Amanda Coogan kommt für ein Innenstadt-Event nach Wuppertal.

Foto: Ralf Silberkuhl

Zwölf Performance-Werke Coogans werden an diesem Tag von 12 bis 18 Uhr zeitgleich live re-performt – eine Performance von Amanda Coogan selbst, die anderen von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. Als „Lebendige Installationen“ besetzen sie sechs Stunden lang verschiedene Stationen in der kompletten Innenstadt – unter anderem auch rund um das Von der Heydt-Museum. Mit extrem langsamen Bewegungen erschaffen sie über den Zeitraum von sechs Stunden Stillleben.

Auch nach diesem großen Live-Event kann man in Wuppertal Coogans Kunst kaum ausweichen: Bis Ende September 2024 spannen sich in der Open-Air-Ausstellung metergroße Fotografien zwischen die Gebäude der Fußgängerzone und werden weiterhin für künstlerische Irritation sorgen.

Die Idee zu „[con]temporary Wuppertal“ stammt von Amanda Coogans Galeristin Nicole Bardohl, die mit ihrer Galerie „Kunstkomplex“ seit Jahren in Wuppertal ansässig ist. Es geht um eine Fußgängerzone als Kunstort – darum, dem Konsum die Langsamkeit von Performance-Kunst entgegenzusetzen und die Möglichkeit, einem breiten Publikum den Zugang zu Kunst zu erleichtern.

Die zwölf Performances, die in Wuppertal gezeigt werden, hat die Künstlerin speziell für die Stadt erschaffen und thematisiert die Wupper genauso wie Wuppertals geschichtsträchtige Vergangenheit in der Textilindustrie. In allen Performances kommt die Gebärdensprache zum Einsatz. Die ist Amanda Coogan ein besonderes Anliegen, denn es ist ihre Muttersprache. Als Kind gehörloser Eltern engagiert sie sich sehr für die Gehörlosen-Community und kooperiert häufig mit dem „Dublin Theatre of the Deaf“.

Amanda Coogan ist eine der erfolgreichsten zeitgenössischen Künstlerinnen Irlands. Die irische Post widmete ihr eine Briefmarke. Erst kürzlich war die Meisterschülerin von Marina Abramović mit einer 270-stündigen Performance in deren großer Ausstellung in „The House with the Ocean View“ in der Royal Academy of Arts in London zu sehen.

Gefördert wurde das Projekt unter anderem vom „InnenBandStadt“-Verfügungsfonds. Kulturdezernent Matthias Nocke dazu: „Dass ein solch hochkarätiges Projekt in Wuppertal stattfindet, ist gerade in diesen Zeiten ein Geschenk für unsere Stadt und von unbezahlbarem Wert.“