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Wuppertal: 200 Portraits für das Kunstprojekt "Inside Out Engels"

„Inside Out Engels“: Die Bilder sind gemacht : Mit zwei Damen namens Engels

Der Startschuss für das Kunstprojekt „Inside Out Engels“ ist jetzt über die Bühne gegangen: Zwei Tage lang sind in der großen Halle der Ex-Bandweberei Kaiser & Dicke an der Gewerbeschulstraße, die das Immobilienunternehmen Renaissance AG freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte, 200 Wuppertalerinnen und Wuppertaler fotografiert worden.

Ihre Schwarz-Weiß-Einzelportraits vor dem für das internationale und soziale Menschen-Projekt „Inside Out“ des französischen Street-Art-Künstlers JR typischen Punkte-Hintergrund werden am Samstag, 28. November 2020, pünktlich zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels, auf einem Banner vor der Frontseite des wiedereröffneten Engels-Hauses zu sehen zu sein. Gedruckt wird das Bilder-Mosaik, vor dem ein transparenter Engels-Kopf „schwebt“, auf eine fassadenhohe, 10 mal 16 Meter große Stoffbahn.

Während der beiden Foto-Shooting-Tage bei Kaiser & Dicke wurden die Teilnehmer stets persönlich von Projekt-Kuratorin Valentina Manojlov begrüßt – und dann, immer mit zeitlichem und räumlichem Corona-Abstand voneinander, von Ralf Silberkuhl fotografiert. Ein Bild nur gab es jeweils – so wie es die Regeln des „Inside Out Project“ (IOP) vorsehen. Bei der Information „Wir machen nur ein einziges Bild“ gab es zwar manches Mal die Reaktion „Oh Gott!“, aber einverstanden waren doch alle mit dem individuellen Ergebnis. Übrigens: Fürs IOP sind bereits über 360.000 Porträts in 142 Ländern entstanden: Es handelt sich hier um eines der größten partizipativen Kunstprojekte der Welt.

Die Stimmung an beiden Foto-Tagen war bestens: Die Mischung der Menschen, die bei „Inside Out Engels“ dabei sein wollten, präsentierte sich sehr bunt – gekommen waren Teilnehmer mit Wurzeln beispielsweise in China, Chile, Korea, der Türkei, Polen und aus etlichen anderen Ländern. Auch in Sachen Generationen gab es eine breit gefächerte Mischung: Viele ältere und „mittelalte“ Wuppertaler kamen, um sich für die ungewöhnliche Kunst-Aktion ablichten zu lassen, junge und sehr junge Leute waren allerdings ebenso wie zwei komplette Familien auch mit von der Partie. Bei der Geschlechterverteilung hatten die Frauen klar die Nase vorn – inklusive zweier Damen mit dem optimal zum Anlass passenden Namen Engels.

Valentina Manojlov ist die Kuratorin des Wuppertaler Projektes "Inside Out Engels". Foto: Wuppertaler Rundschau

Ihre Freude über das „Inside Out Engels“-Projekt formulierten viele Teilnehmer ausdrücklich: Die beiden Statements „Das ist ein echtes Highlight in unserer Stadt“ sowie „Wuppertal hat sich sehr positiv verändert, was man auch an solchen Ideen sehen kann“ dürfen dabei stellvertretend stehen.

Übrigens: Etliche Besucher der Foto-Aktion waren keine „Inside Out“-Neulinge. Immer wieder gab es auch heute noch lebendige Erinnerungen an den Oktober 2014, als für „Inside Out“ das Ex-Weinkontor an der Friedrich-Ebert-Straße mit den Portraitfotos von 674 Wuppertalern beklebt worden war. Diese aufsehenerregende Aktion (und Wuppertal-Premiere) ist seither das weltweit sichtbare Titelbild auf der „Inside Out“-Homepage www.insideoutproject.net.

Die große Halle der früheren Bandweberei Kaiser und Dicke in Heckinghausen, die die Renaissance AG freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte, bot viel (Abstands-)Platz, um unter Einhaltung aller Corona-Regeln die Foto-Aktion an zwei Tagen über die Bühne zu bringen. Foto: Wuppertaler Rundschau

Das Kunstprojekt nach Wuppertal geholt hatte seinerzeit Valentina Manojlov im Rahmen ihres Konzepts street-a-tag (www.street-a-tag.de): Sie ist jetzt – sechs Jahre später – auch der Kopf hinter „Inside Out Engels“.

Die Fotos der 200 Teilnehmer werden bald gemeinsam mit den Texten der jeweils persönlichen Botschaften an Friedrich Engels auf der Engels2020-Website www.engels2020.de sowie auf der Homepage des „Inside Out Project“ www.insideoutproject.net veröffentlicht.