Neue Ausstellungen im Von der Heydt-Museum im Oktober & November 2019

Neue Ausstellungen im Von der Heydt-Museum : Else Lasker und Oskar Schlemmer

Am 3. November 2019 eröffnet das Von der Heydt-Museum seine neue Ausstellung „Oskar Schlemmer - Komposition und Experiment“. Zeitgleich zeigt das Museum vom 6. Okotber an „Else Lasker-Schüler, ‚Prinz Jussuf von Theben’ und die Avantgarde“.

Oskar Schlemmer (1888-1943) war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Vielseitig wie kaum ein anderer war er als Maler, Wandgestalter, Graphiker, Bildhauer und Bühnenbildner tätig. Intensiv setzte er sich mit den Künstlern und Kunstströmungen seiner Zeit auseinander und hinterließ eine große Gruppe an Bewunderern.

Das Von der Heydt-Museum widmet Schlemmer eine umfassende Ausstellung, die Werke aus allen Phasen seines Schaffens umfasst. Sie legt ihren Fokus weniger auf die Jahre am Bauhaus als vielmehr auf die Spätphase, in der Schlemmer neue Ideen – sei es zu Wand- und Objektgestaltungen, sei es zu Malerei und Ballett – in wunderbaren Skizzen und Studien festgehalten hat. Die Ausstellung setzt das Werk Schlemmers in Relation zu dem seiner Lehrer, seiner Kollegen am Bauhaus und in Breslau sowie zu Willi Baumeister und Franz Krause, die sich wie Schlemmer in der Wuppertaler Lackfabrik von Kurt Herberts ins „inneren Exil“ zurückgezogen hatten. Die Ausstellung läuft vom 3. November 2019 bis zum 23. Februar 2020.

Zeitgleich zeigt das Von der Heydt-Museum vom

6. Oktober 2019 bis zum 16. Februar 2020 „Else Lasker-Schüler, ‚Prinz Jussuf von Theben’ und die Avantgarde“.

Schlemmer war Meisterschüler von Adolf Hölzel und lernte 1913 in Berlin die „Sturm“-Galerie kennen. Als er 1920 von Walter Gropius einen Ruf an das Bauhaus in Weimar erhielt, traf er dort auf zahlreiche Maler, die sich – wie er selbst – mit den gestalterischen Problemen einer neuen, alle Lebensbereiche umfassenden Kunst beschäftigten: u.a. Wassiliy Kandinsky, Lyonel Feininger, Paul Klee, Georg Muche und Johannes Itten.

Nach Stationen in Dessau und an der Kunstgewerbeschule in Breslau, wo er mit Johannes Molzahn und Otto Müller in Kontakt stand, war er ab 1933 durch den Nationalsozialismus von allen Ämtern ausgeschlossen, seine Kunst galt als entartet. Auf Vermittlung des Architekten Heinz Rasch erhielt er eine Position als „Professor für maltechnische Forschungsvorhaben“ in der Wuppertaler Lackfabrik von Dr. Kurt Herberts. Mit 52 Jahren zu alt für den Einsatz an der Front, wohnte er schließlich ab 1940 im Haus des neu eingerichteten „Instituts für Malstoffkunde“, wo er mit der kreativen Erforschung und Anwendung moderner Lacktechniken betraut wurde. Hier entwarf er nicht nur sein berühmtes „Lackkabinett“, auch sein „Lackballett“ wurde in Wuppertal zum Firmenjubiläum 1941 uraufgeführt. In Wuppertal entstanden seine letzten, die sog. „Fensterbilder“. Die nur handgroßen Bilder sah er als die „reinste Darstellung meiner selbst“, und er war sich sicher: „Mehr kann ich nicht geben.“

Schlemmer, der am Bauhaus unter anderem Aktzeichnen lehrte, konzentrierte sich in seiner freien ebenso wie in seiner angewandten Kunst auf das Thema der menschlichen Figur im Raum. Sein Ideal war eine Synthese aus strenger Komposition und in der Natur anschaulich werdender Mystik. Sichtbar wird das in dem großen Bestand von rund 300 Gemälden und Zeichnungen, der sich in der Sammlung des Von der Heydt-Museums befindet und nun in einem Ausschnitt gezeigt wird.

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