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Engels 2020 Wuppertal: Zwei Häuserwände für Kunstaktion gesucht

Engelsjahr 2020 : Zwei Häuserwände für Engels-Kunstaktion gesucht

Friedrich Engels in überdimensionaler Größe auf drei Wuppertaler Häuserfassaden: Das ist die Idee der beiden Künstler Martin Heuwold und Kolja Kunstreich, die sich mit ihrem Projekt „Engels‘ Weltbild“ am Engelsjahr beteiligen. Nun suchen sie noch zwei freie Wandflächen im Wuppertaler Stadtgebiet.

„Mit dem überdimensional großen Friedrich Engels auf Wuppertaler Häuserfassaden wollen wir das öffentliche Interesse bei Jung und Alt wecken. Dadurch soll sich der Betrachter erstmals oder erneut mit Engels beschäftigen“, erläutern der freischaffende Künstler Heuwold und der freie Designer Kunstreich die Idee hinter ihrem Projekt. Das erste Wandbild soll demnächst an der „Cotton Factory“ in der Uellendahler Straße 29 im Stadtteil Elberfeld entstehen. Der Eigentümer stellt dafür die Fassade zur Verfügung.Um die Projektidee „Engels‘ Weltbild“ realisieren zu können, werden noch zwei weitere freie Hauswände gesucht. Diese sollten sich im besten Falle im Stadtteil Barmen befinden, um laut den Künstlern Heuwold und Kunstreich „der Geburtsstätte von Engels gerecht zu werden“. Am besten eignen sich Fassaden mit möglichst wenigen Fenstern sowie Wände, die gut sichtbar fürs Publikum und mindestens zehn Meter hoch sind.

Die Engels-Motive werden mit Fassadenfarbe und Sprühlack aufgebracht. Innerhalb von zwei Wochen – abhängig von der Witterung – entstehen die Wandbilder. Ihre Größe richtet sich dabei nach der Größe der Wand – „möglichst groß sollen die Wandbilder werden“, sind sich Heuwold und Kunstreich einig. Wie lange die Motive zu sehen sein werden, entscheiden die jeweiligen Eigentümer. „Die Farben halten mindestens zehn Jahre“, versichern Heuwold und Kunstreich. Wer seine Hauswand für das Projekt zur Verfügung stellen möchte – für den Eigentümer entstehen dabei keine Kosten –, wird gebeten, sich mit dem Engels2020-Büro in Verbindung zu setzen (Mail: engels2020@stadt.wuppertal.de).

Künstlerisch-kritische Auseinandersetzung mit Engels‘ Religionsbild, Moral und IdeologieIm Fokus des Projektes „Engels‘ Weltbild“ steht die künstlerisch-kritische Auseinandersetzung mit Engels‘ Religionsbild, seiner Moralvorstellung und seiner Ideologie. „Wir glorifizieren Friedrich Engels und seine Verdienste, damit sein Gedankengut und seine Überzeugungen in unsere Wunschvorstellung von Gesellschaft hineinpassen. Damit verharmlosen wir ihn und seine Ansichten über Religion, seine Moralvorstellung und seine ideologischen Vorstellungen von menschlichen Zusammenleben. Aber vor allem schützen wir uns vor seiner Kritik an uns persönlich und als Gesellschaft“, geben die Künstler Heuwold und Kunstreich zu Bedenken.

Und fügen hinzu: „In unserer Darstellung von Engels‘ Weltbildern bedienen wir uns zum einem eines Wortspieles aus seinem Nachnamen, zum anderem nehmen wir auf die Verharmlosung Bezug. Wir wollen subtil auf Engels grundlegende Kritik an unserer Gesellschaftsform erneut aufmerksam machen. Denn wir als Künstler sind der Überzeugung, dass seine Gedanken immer noch sehr herausfordernd für unsere Gesellschaft sind.“

Ziel der drei Wandbilder ist es, den Betrachter in seiner idealisierten Vorstellung eines „Engels“ zu stören und ihn so zum Nachdenken zu bewegen – und im besten Fall eine konstruktive Debatte über gesellschaftlich-wirtschaftliche und auch geistliche Themen anzustoßen. Die jeweiligen Zitate zu den Engels-Darstellungen auf den Häuserfassaden sollen die Dialektik zu den entsprechenden bildlichen Aussagen verstärken. Der QR-Code und die Internetadresse im unteren Bereich der Wandbilder sollen die Möglichkeit dazu geben, sich über das jeweilige Wandbild noch detaillierter zu informieren.

Engels soll bald nicht mehr nur vor dem Engelshaus stehen, sondern auch Häuserwände zieren. Foto: Max Höllwarth

Förderer des Projektes „Engels‘ Weltbild“ sind das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Stadtsparkasse Wuppertal. Aktuelle Informationen zu allen Engels2020-Veranstaltungen gibt es online unter: www.engels2020.de

Um die Wartezeit auf die Veranstaltungen während der Corona-Pandemie zu verkürzen, wurde „Engels2020 digital“ ins Leben gerufen. Auf der Website werden alle virtuellen Formate der Engels2020-Akteure gebündelt, die in den vergangenen Wochen entstanden sind: hier klicken!.