„Beethoven Resound“ in der Stadthalle Großer Klang – wie damals

Wuppertal · Ich gehe mal davon aus: Ludwig van Beethoven wäre begeistert gewesen: Die „Rekonstruktion“, neudeutsch „Resound“, der Uraufführung seiner weltberühmten 9. Sinfonie in der Stadthalle führte die Zuhörer am Dienstag auf eine musikalische Zeitreise ins Wien des Jahres 1824.

 Die Stadthalle lieferte einen festlichen Rahmen für das große Musik-Event „Beethoven Resound“.

Die Stadthalle lieferte einen festlichen Rahmen für das große Musik-Event „Beethoven Resound“.

Foto: Beethoven Haus Bonn/Beethoven Haus Bonn ​

Verblüffend: Wie seinerzeit war der Chor vor der erhöhten Bühne auf der Ebene der Zuschauer platziert, konnte so unmittelbar und ohne die heute übliche Distanz zur Chorempore seinen wichtigen Part im Schlusssatz vermitteln. Schließlich gab Beethoven keine zehn Jahre nach dem Ende der napoleonischen Kriege mit den Worten Schillers der Hoffnung auf eine bessere, friedliche Welt einen musikalischen Ausdruck. Einen, den man in den aktuell ebenfalls bewegten Zeiten an diesem Abend genussvoll teilen konnte.

Denn mit dem Rundfunkchor des WDR war eines der bundesweit führenden Vokalensembles am Start – und mit dem Orchester der Wiener Akademie unter Martin Haselböck ein Klangkörper, der sich der historischen Aufführungspraxis verbunden fühlt und der auf Instrumenten agiert, die ein Klangerlebnis vermitteln, das dem der Beethovenzeit entsprochen haben dürfte.

Die altehrwürdige Stadthalle mit ihren prächtigen Verzierungen bot dazu einen würdigen optischen Rahmen, aber auch die großartigen akustischen Rahmenbedingungen, die den schon damals völlig ertaubten Beethoven freilich nie erreicht haben.

Nachzuerleben ist das Konzert, das WDR 3 sowie weltweit 30 angeschlossene Rundfunkhäuser live ausstrahlten, am Sonntag (12. Mai 2024) um 7:45 Uhr im WDR-Fernsehen.

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