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Nach Toreschluss - die Wochenend-Satire: Schlag ins Wasser

Nach Toreschluss - die Wochenend-Satire : Schlag ins Wasser

Was haben Toshiyuki Kamioka und die Kometen-Landeeinheit "Philae" gemeinsam? Bei beiden wusste man in den letzten Tagen nicht immer, ob sie demnächst noch da sind ...

Apropos nicht wissen: Dieser Tage gab mir jemand den Tipp, mich mal mit den nützlichen Wuppertal-Infos auf der bundesweiten Internet-Plattform meinestadt.de zu beschäftigen. Habe ich sofort gemacht, weil man ja nie auslernt. Spontan hat mich dabei der Unterpunkt "Rodeln" in der Kategorie Freizeit/Sport angesprochen. Es wird ja bestimmt doch noch irgendwann Winter und dann will man vielleicht mal mit dem Schlitten was Neues ausprobieren.

Also klickte ich zuversichtlich auf "Hier findest du eine Liste mit Rodelbergen in Wuppertal". Ich wusste zwar gar nicht, dass ich mich mit meinestadt.de duze, aber noch mehr wunderte mich das Suchergebnis: Als nächstgelegene Rodelberge empfiehlt mir das System den Grafenberger Wald und den Brehmplatz in Düsseldorf. Düsseldorf — wer kennt sie nicht, die Wintersportmetropole, die man in einem Atemzug mit Garmisch, Kitzbühel und St. Moritz nennen muss? Düsseldorf, die Heimat von Skisport-Legenden wie Maria Schnösel-Riesch und Felix Neureichreuther.

Übrigens: Falls Sie bezüglich der Schneesicherheit in den Düsseldorfer Gipfellagen Bedenken haben, hält meinestadt.de als Alternative eine Piste in einem noch entlegeneren Bergdorf bereit: Für rasanten Kufenspaß legt das Service-Portal allen Wuppertalern den Kinderspielplatz in Köln-Vingst ans Herz...

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Bevor wir das Internet weiter mit uns Schlitten fahren lassen, wenden wir uns lieber diesem viel versprechenden Angebot zu: "Lass dich von einem zertifizierten Guide zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten Wuppertals führen." Na das klingt doch gut. Wo mag es hingehen? Die große Runde durch das Briller Viertel? Eine Rundfahrt mit der Schwebebahn oder eine Führung durch den Skulpturenpark? Draufgeklickt und mitgestaunt: Wuppertals wichtigste Sehenswürdigkeit bei meinestadt .de ist ist... "Junggesellenabschied in Essen — Die Gangsterjagd"

Um es mal mit Jogi Löw zu sagen: Das ist scho au ein Stück weit überraschend. Genau wie die zweite und leider auch schon letzte Wuppertaler meinestadt.de-Sehenswürdigkeit in Form von "Geocaching am Standort Hattingen". Da wundert es uns dann nicht, dass auch die Liste der Wuppertaler Hallenbäder ein Schlag ins Wasser ist, obwohl Tipp Nummer eins ausnahmsweise sogar auf Barmer Stadtgebiet liegt. Für den Besuch der Waterworld Bergische Sonne braucht man allerdings seit geraumer Zeit keine Badehose mehr, sondern eine Machete, um sich den Weg durch das Unkraut auf dem Parkplatz zum geschlossenen Eingang zu bahnen. Von dieser Entwicklung überraschte auswärtige Besucher müssen weiterfahren. Allerdings bei meinestadt.de nicht zur Schwimmoper oder ins Schwimmleistungszentrum, sondern zum berühmten Wuppertaler Badetempel Schwimm-In nach Gevelsberg oder zum Westfalenbad im idyllischen Wuppertaler Stadtteil Hagen.

Das bringt uns zu der abschließenden Frage : Wissen Sie eigentlich, was meinestadt.de und Toshiyuki Kamioka gemeinsam haben? Bei beiden fehlen einem irgendwie die Worte...

Bis die Tage!