Kommentar über Bewerbung zur Bundesgartenschau 2017: Ein Kessel Buntes?

Kommentar über Bewerbung zur Bundesgartenschau 2017 : Ein Kessel Buntes?

Ein kleines Dankeschön zunächst an die (ost-)deutsche Partnerstadt: Hätte Schwerin nicht zurückgezogen, käme Wuppertal als Austragungsstadt für die Bundesgartenschau 2025 gar nicht in Frage. Doch wegen der prekären Stadtfinanzen hat die mecklenburgische Landesregierung die Ampel auf Rot gestellt.

Zwar hat nun Rostock Interesse angemeldet, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass die BUGA-Macher heilfroh sind, dass Wuppertal trotz der mittlerweile entstandenen Zeitknappheit seinen Hut in den Ring geworfen hat.

Dass man hier in der Stadt mit Feuereifer an die Bewerbung geht und Freund und Feind im Rat an einem Strang ziehen, verwundert nicht. Denn nachdem der Döppersberg in seine finale Phase geht, braucht Wuppertal dringend ein neues Leuchtturmprojekt. Und dazu ist die BUGA tatsächlich schon wegen ihrer "grünen" Ausrichtung maßgeschneidert.

Was ein wenig irritiert, ist der "Gemischtwarenladen", mit dem das zukünftige Konzept schon jetzt befrachtet wird. Da taucht die Qualitätsoffensive Innenstadt auf, der Carl-Fuhlrott-Campus, das Pina-Bausch-Zentrum, die Industriekultur im Tal, da ist die Rede von der Treppenlandschaft, neuen Mobilitätskonzepten und der Verlagerung von Aktivitäten vom Tal auf die Höhen. Auch wenn es im Rathaus heißt, man sei sich der Größe des Rades bewusst, das da gedreht wird, stellt sich die Frage, welches Gefährt dieses Rad denn bewegen soll.

Eine deutliche siebenstellige Besucherzahl soll nach Wuppertal gelockt werden. Die aber kann man schwerlich quer durch die ganze Stadt schicken, um ihr die zahllosen grünen Inseln vor Augen zu führen. Dezentral soll die BUGA werden — das hat an der Havel 2015 selbst bei weit größeren Entfernungen gut funktioniert. Aber es gab in den jeweiligen Städten klar abgegrenzte Areale, die schon gebraucht werden, um erfolgreich Eintrittsgebühren erzielen zu können. Auf Nachfrage hieß es, bis 2025 würden sicherlich völlig neue Bezahlsysteme erfunden sein — doch auch dann wird nur der zahlen, der einen begrenzten Raum betreten will.

Überhaupt die Finanzierungsfrage: Gegenwärtig sind nicht einmal wie erhofft die 150.000 Euro für die Machbarkeitsstudie durch Sponsoren vollständig zusammengekommen. Für eine BUGA selbst werden aber noch ganz andere Größenordnungen benötigt. Gut möglich, dass sich dann die großen Unternehmen im Tal der Verantwortung und den möglichen Chancen bewusst sein werden, aber für den Auftakt war diese Zurückhaltung erst einmal enttäuschend. Zumal die BUGA, so Oberbürgermeister Mucke, anders als beispielsweise der Döppersberg, nicht polarisiere.

Warten wir also zunächst die Machbarkeitsstudie ab, die, wie der Name schon sagt, zeigen sollte, in welchem Rahmen das Geschehen machbar ist.

Und dann sollt man sich im Folgenden nicht mehr verzetteln: Wie schnell ein paar Jahre fruchtlos vergehen können, hat die Stadt beim jetzt schon verschlafenen Engels-Geburtstag 2020 gesehen ...

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