Gesundheit: Schmerzklinik Wuppertal neu gegründet

Gesundheit: Schmerzklinik Wuppertal neu gegründet

Mit Neugründung der Schmerzklinik Wuppertal am Helios Universitätsklinikum Wuppertal entsteht aus dem Stand eine der größten schmerzmedizinischen Einrichtungen in NRW. Das ist auch notwendig, denn der wachsenden Zahl an Patienten mit Schmerzerkrankungen steht eine recht überschaubare Auswahl an Einrichtungen gegenüber, die sich umfassend mit der Therapie dieser Erkrankungen befassen.

"Wir haben den Anspruch, ein überregionaler Anlaufpunkt für Schmerzpatienten zu werden", sagt Chefarzt Dr. med. Thomas Cegla, eine Kapazität auf dem Feld der Schmerzmedizin. Dr. Cegla wird von einem erfahrenen interdisziplinären Team unterstützt. Der 57-Jährige ist Facharzt für Anästhesiologie mit den Zusatzbezeichnungen Spezielle Schmerztherapie, Algesiologie, Palliativmedizin, Akupunktur und spezielle anästhesiologische Intensivmedizin. Er vertritt die Schmerzmedizin in zahlreichen Fachgesellschaften und im Berufsverband, ist Ehrenpreisträger des Deutschen Schmerztages und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.

Über eine stärkere Vernetzung der Helios Kliniken in NRW und spezielle berufsgruppenübergreifende Fort- und Weiterbildungsangebote soll die Versorgung der Patienten im Bundesland qualitativ und quantitativ weiterentwickelt werden. Dies gelingt auch über eine enge fachübergreifende Verzahnung unter dem Dach des Hauses der Maximalversorgung.

Auch von der Anbindung des Klinikums an die Universität Witten/Herdecke kann die Schmerzklinik Wuppertal profitieren. In der Studierendenausbildung soll die Schmerztherapie einen größeren Stellenwert erhalten. Dr. Cegla bringt hier enorme Erfahrung als Lehrbeauftragter an der Uni Düsseldorf und an der katholischen Fachhochschule in Köln mit. "Der Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesiologie unter Leitung von Prof. Russo — sowohl bei der Patientenversorgung als auch auf wissenschaftlicher Ebene — kommt hier eine besondere Bedeutung zu", erklärt Prof. Dr. med. Petra Thürmann, Ärztliche Direktorin des Hauses.

Die Schmerzklinik Wuppertal wird viele ihrer Patienten in Räumlichkeiten der Klinik Bergisch- Land in Wuppertal-Ronsdorf behandeln. In grüner Umgebung und mit allen therapeutischen Möglichkeiten einer Rehabilitationsklinik können die Patienten hier Kraft schöpfen, um gemeinsam mit dem Behandlungsteam gegen ihre Schmerzerkrankung anzugehen. Von großem Nutzen sind das Trainingszentrum, das Schwimmbad und die Unterbringung in Einzelzimmern. Die Kapazitäten in Ronsdorf sollen deutlich ausgeweitet werden.

Weitere Behandlungsoptionen hält die Schmerzklinik am Helios Standort in Barmen vor — unter anderem wird hier wie gehabt die Schmerzambulanz zu finden sein. Ansprechpartnerin ist hier weiterhin Dr. Anke Mielke. In Barmen profitieren die Patienten von der Breite des medizinischen Leistungsspektrums — insbesondere dann, wenn weitere Begleiterkrankungen mitbehandelt werden müssen. "Jeder Standort hat seine besonderen Qualitäten", sagt Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse. "Wir können allen Patienten die passende Therapieumgebung bieten — jeweils abhängig von der individuellen Situation und dem Krankheitsbild."

Neben seiner Leitungsfunktion in der stationären Therapie wird Dr. Cegla auch in der orthopädischen Praxis OCC in Elberfeld (Wall 32-34) tätig sein, als Anlaufstelle für ambulante Patienten. "Für viele Schmerzpatienten kommt eine stationäre Behandlung nicht in Frage, da hierfür die Richtlinien sehr eng ausgelegt sind", so Dr. Cegla. "Umso wichtiger ist es, auch hier ein Angebot zu schaffen, um den verschiedensten Ausprägungen der Schmerzerkrankung gerecht zu werden."

Unabhängig vom Standort sind in die Schmerztherapie Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachbereiche eingebunden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erreichen: Eine deutliche Schmerzreduktion und daraus folgend ein erfüllteres Leben mit einer spürbar höheren Lebensqualität. Auf diese Ziele arbeitet das Team der Schmerzklinik Wuppertal gemeinsam mit den Patienten hin.

Verfolgt wird ein multimodaler Ansatz, bei dem die Patienten stationär betreut werden. Nach einer detaillierten Diagnostik setzt das Konzept auf vier wesentliche Bausteine: Schmerztherapie, Psychotherapie, Bewegungstherapie/Physiotherapie und gegebenenfalls die interventionelle Therapie, also die Neuromodulation, die in enger Zusammenarbeit mit der Neurochirurgie des Hauses angeboten wird.

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