Alpaka-Farm: Die Kultfiguren aus der Kohlfurth

Alpaka-Farm: Die Kultfiguren aus der Kohlfurth

Sie haben das Netz erobert, werden auf Shirts und Kissen, sogar auf Klopapier gedruckt. Alpakas liegen voll im Trend. Dass sie aber viel mehr sind als ulkige Kultfiguren, beweisen Tobi, Paul und Baileys aus der Kohlfurth.

Diese vorstehenden Zähne und die spöttischen Lippen. Und die Frisur, eine Dauerwelle wie frisch vom Friseur gelegt. "Das sind schon lustige Tiere", erzählt ihr Besitzer Thomas Rößler lachend auf der Wiese in der Unterkohlfurth, während Baileys ihm ab und zu fast über die Schulter zu grinsen scheint.

Aber Tobi, Paul und Baileys sind nicht nur ungewöhnliche Haustiere. Die drei Alpakas haben eine Mission. In etwa einem Jahr wird die Tochter von Familie Rößler, die in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin erfolgreich abgeschlossen hat und die derzeit Berufserfahrung in einem Monheimer Altenheim sammelt, ihre eigene Praxis in diesem abgeschnittenen Teil Wuppertals eröffnen. Ihr Schwerpunkt: tiergestützte Therapie.
Denn was die Delfine in Florida können, beherrschen die Alpakas von der Wuppertaler Wiese ebenfalls. "Sie geben Menschen ihre Kommunikation zurück, die sie verloren haben", formuliert Thomas Rößler den künftigen Arbeitsauftrag der drei Tiere.

Dass sie tatsächlich Menschen ihre Sprache wiedergeben können, haben die drei schon einmal bewiesen. Ein syrisches Mädchen, das in Hückeswagen betreut wird und durch traumatisierende Erfahrungen im Krieg verstummt ist, besuchte die Tiere. "Sie war eine Stunde im Stall, und wir Erwachsenen saßen hier auf der Wiese." Als die Gruppe nach dem Mädchen sah, sprach sie. Thomas Rößler: "Es war wie ein Wunder."

Was genau für Vorgänge die Tiere auslösen, wissen die Eltern nicht, aber ihre Tochter, die bald genau solche "Wunder" zu ihrem und dem Arbeitsalltag der drei Alpakas machen möchte. Bis dahin schaffen ihre Eltern die Voraussetzungen: Der Vater richtet die Praxis für die Tochter ein, ein Förderverein akquiriert durch Aktionen wie Alpaka-Wanderungen und Bergische Kaffeetafeln im Gehege bereits Spenden, um die Therapie auch Menschen mit wenig Einkommen zu ermöglichen.

Denn bis Tobi, Paul und Baileys ihren "Beruf" ergreifen, machen sie derzeit den Besuchern an der Kohlfurth einfach so Freude — und das ganz ohne Anstrengung. "Alpakas hören nicht auf Menschen, sie machen nur das, wozu sie Lust haben." So geht bei der Alpaka-Wanderung wohl eher das Tier mit dem Menschen spazieren als andersrum. "Da läuft nichts nach Plan", sagt Thomas Rößler. "Aber vielleicht ist genau das das Schöne, was die Menschen an den Alpakas so mögen."

Der Alpaka-Hof freut sich über Unterstützer und viele Besucher bei seinen Veranstaltungen, die im Kalender auf alpakahof-wuppertal.de stehen. Der Förderverein hat derzeit 25 Mitglieder, Neuzugänge sind herzlich willkommen.

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