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Wuppertaler Erich Ribbeck: Vom Sportlehrer zum Fußball-Bundestrainer

Wuppertaler Erich Ribbeck (83) : Vom Sportlehrer zum Fußball-Bundestrainer

Zwischen 1960 und 1964 unterrichtete der gebürtige Wuppertaler und spätere Fußball-Bundestrainer Erich Ribbeck vormittags als Sportlehrer den Nachwuchs am Leibniz-Gymnasium in Remscheid – um dann nachmittags die Amateur-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach zu trainieren.

Als seine Tochter im Sommer an das Leibniz-Gymnasium wechselte, erzählte der CDU-Landtagsabgeordnete Jens-Peter Nettekoven, der sportpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, ihr von dem prominenten Ex-Sportlehrer an ihrer Schule. Einen Brief und einige Telefonate später wurde ein persönliches Treffen mit dem heute 83-jährigen Ribbeck für Anfang Oktober vereinbart.

Als er 1968 das Angebot erhielt, als 31-Jähriger Chefcoach des Bundesligisten Eintracht Frankfurt zu werden, kehrte Ribbeck dem Lehrerberuf endgültig den Rücken. In seiner Trainerkarriere hat „Sir“ Erich mit vielen Fußidolen zusammengearbeitet: So gehörte der „Bomber der Nation“ Gerd Müller, der heute 75 Jahre alt wird, zu seinem Trainerstab beim FC Bayern München.

„Statistisch mag Erich Ribbeck die schlechteste Bilanz aller Bundestrainer aufweisen, aber die Art, wie er mit den Höhen und Tiefen in seiner Karriere umgegangen ist, verdient große Anerkennung. Verbales Nachtreten in der Öffentlichkeit war seine Sache nie und wenn er heute auf seine Trainerstationen zurückblickt, dann tut er dies ohne Groll und mit einem erfrischenden Schuss Selbstironie“, zeigt sich Nettekoven beeindruckt von seinem Gesprächspartner.

Ribbecks Wirken fällt in eine Zeit, als der Medienrummel im Fußballgeschäft Fahrt aufnahm, aber von der atemlosen Schnelllebigkeit heutiger Tagen noch meilenweit war. „Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit hatte, einen so eloquenten Fußball-Zeitzeugen kennenlernen zu dürfen, der die Entwicklungen in seinem Sport auch heute noch mit wachem Blick verfolgt. Vielleicht ergibt sich in Zukunft die Gelegenheit, dass er bei einem Besuch im Bergischen Land die Erinnerungen an seine Tage als Sportlehrer am Leibniz-Gymnasium auffrischt. Meine Einladung zu einem Besuch hat er jedenfalls erfreut zur Kenntnis genommen“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete.