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Handball-Bundesligist Bergischer HC ohne Trainer Hinze nach Wetzlar

Handball-BL: Samstag ab 15:30 Uhr : BHC ohne Trainer Hinze nach Wetzlar

Gut zwei Wochen hatte der Bergische HC Spielpause in der Handball-Bundesliga. Seitdem hat sich viel getan: Kapitän Fabian Gutbrod steht kurz vor seinem Comeback, gleich drei Spieler haben eine Corona-Infektion hinter sich gebracht. Während die Handballer am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) in der Wetzlarer Buderus-Arena wohl wieder mit dabei sind, fehlt der Trainer.

Sebastian Hinze befindet sich positiv getestet bis zumindest Anfang kommender Woche in Quarantäne und wird durch Co-Trainer Markus Pütz vertreten. „Unsere Abläufe gehen normal weiter, jeder wird sich voll auf seine Rolle konzentrieren. Ich bin nur ein Teil des Ganzen“, sagt Pütz.

Der A-Lizenz-Inhaber wird als Cheftrainer seine Premiere in der Bundesliga feiern. „Viel wichtiger ist aber, dass bei allen der Fokus voll da ist. So ähnlich war es auch mal vor etwa einem Jahr, als wir ohne Training aus der Mannschaftsquarantäne gekommen sind, um beim TuSEM Essen anzutreten. Das hat damals gut funktioniert - genauso erhoffe ich es mir am Samstag“, sagt der 39-Jährige.

Die Bank wird in Wetzlar insgesamt anders besetzt sein. Christoph Rath übernimmt die Rolle des Co-Trainers, Teamassistent Jan Artmann fehlt (positiv getestet) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenfalls. Auch die Spieler sind von dem Virus in den vergangenen Tagen nicht verschont geblieben. Nach Arnor Gunnarsson und Sebastian Damm ist zuletzt Linus Arnesson wieder ins Training eingestiegen. „Er macht einen fitten Eindruck“, zeigt sich Pütz optimistisch mit Blick auf einen Einsatz des Spielmachers.

  • Linus Arnesson.⇥Foto: Dirk Freund
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Sorge besteht hingegen bei Tomas Babak, der nach seiner Rückkehr von der tschechischen Nationalmannschaft das Training abbrechen musste und ein paar Tage Ruhe brauchte. „Der PCR-Test war negativ. Wenn er das Okay vom Arzt bekommt, ist er für Samstag eine Option.“ Gleiches könnte für Kapitän Fabian Gutbrod gelten, der wieder voll trainiert und kaum noch Probleme mit seiner Schulter hat. „Er fühlt sich soweit gut“, sagt Markus Pütz. „Wir warten die letzten Einheiten ab und werden kurzfristig entscheiden.“

An der Vorbereitung auf die Partie bei der HSG Wetzlar ist natürlich auch Cheftrainer Hinze beteiligt. „Ich habe die Videoschnitte und den Matchplan erstellt“, sagt der 42-Jährige. „Markus muss sich damit aber wohl fühlen. Wenn er aufgrund seiner Trainingseindrücke etwas ändert, möchte ich das nur wissen, damit ich nicht zu Hause gegen den Fernseher trete, weil ich mich darüber ärgere, was die Jungs da gerade machen. Ich sehe mich in diesem Spiel eher als Impulsgeber, während Markus jetzt von null auf hundert geht.“ Hinze ist angesichts der Qualitäten seines „Co“ absolut zuversichtlich, dass dieser die Aufgabe meistert.

Um bei der HSG Wetzlar eine Chance auf Punkte zu haben, benötigen die Bergischen nicht nur kämpferisch eine starke Vorstellung. Die Mittelhessen verfügen über eine der körperlich robustesten Abwehrreihen der Liga und trumpfen auch im Positionsangriff immer wieder auf. Lenny Rubin (127 Feldtore, Bestwert in Bundesliga) lässt sich von keinem Team aufhalten, Stefan Cavor ist einer der gefährlichsten Rückraum-Linkshänder überhaupt, und in Magnus Fredriksen verfügt die HSG über viel Qualität auf der Spielmacher-Position. „Dazu kommt, dass sie zum Beispiel durch Felix Danner an Erfahrung dazu gewonnen haben und das Torhüter-Gespann überragend ist“, sagt Hinze über Till Klimpke und Anadin Suljakovic.

Die Leistung der HSG (Platz fünf) stimmt in dieser Saison. „Sie sind noch konstanter geworden“, findet der Coach. „Und sie gewinnen sehr viele Spiele mit einem Tor Unterschied - manchmal auch ohne dabei eine Topleistung zu zeigen. Das beweist eine hohe Qualität in der Crunchtime.“

Während der Fokus von Hinze und seinem Team auf dem nächsten und danach den weiteren noch ausstehenden neun Bundesligaspielen gilt, laufen in der Geschäftsstelle die Planungen für die kommende Saison. Die Geschäftsführer Jörg Föste und Philipp Tychy haben Vertreter aus dem Partnerpool, der Ehrenamtlichen und der Fans über die Verteilung der BHC-Spiele auf die einzelnen Spielstätten in der Saison 2022/23 informiert. Bekanntlich werden die Löwen mit der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf einen vierten Heimspielort hinzunehmen. Die Halle fand große Zustimmung bei allen Anwesenden - auch, weil sie gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Nach aktueller Planung beginnt der BHC die Saison mit zwei Spielen im PSD Bank Dome, gefolgt von Partien in der Mitsubishi Electric Halle. Insgesamt sollen acht Partien in Düsseldorf (jeweils vier in Dome und MEH) und neun im Bergischen Land stattfinden. Die Solinger Klingenhalle kommt dabei fünf Mal, die Unihalle Wuppertal vier Mal zum Einsatz.

Auffallend war, dass der Club aufgrund der Verfügbarkeiten bei keiner Partie die freie Auswahl hatte. Dazu betonten Föste und Tychy, dass der BHC die Klingenhalle nicht mehr buchen werde, wenn der angrenzende Parkplatz aufgrund einer anderen Veranstaltung (Kirmes, Oktoberfest) nicht zur Verfügung stehe. Dies sei im Sinne der Partner und VIPs, die in der Klingenhalle ohnehin Kompromisse eingehen müssen, nicht mehr darstellbar.