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Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV spielt in Bonn 3:3 (0:2)

Fußball-Regionalliga: 3:3 (0:2) in Bonn : Mehnerts Debüt beim WSV endet mit Teilerfolg

Der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV hat das erste Spiel unter dem neuen Cheftrainer Björn Mehnert mit einem Unentschieden beendet. Die Rot-Blauen kehrten am Samstagnachmittag (5. Dezember 2020) nach einer turbulenten Partie mit einem 3:3 (0:2) vom Bonner SC zurück. In der Tabelle liegt der WSV einen Punkt vor Bergisch Gladbach auf dem ersten Nichtabstiegsplatz.

Ein paar Umstellungen gab es. Ametov kam zurück in die Startformation, ebenso Rodrigues Pires und Tomczak. Sie ersetzten Grebe (gesperrt), Müller (Quarantäne) und Marzullo (Ersatz). Cokkosan saß auf der Bank.

Ametov hatte auch die erste Chance. Nach zwei Minuten schoss er den Ball aus aussichtsreicher Position aber über die Latte. Doch wie so oft in den vergangenen Wochen führte der Gegner: Bonn agierte über die rechte Seite. Die Hereingabe konnte Torwart Lübcke noch abwehren, doch dann drückte Somuah den Ball über die Linie - 1:0 (15.). Der WSV bemühte sich. Ametov (21./22.) scheiterte zweimal, auch Studtrucker traf nicht (23.). Stattdessen legte Bonn nach: Die WSV-Defensive konnte nicht klären. Gencal stand links im Strafraum frei und erhöhte - 2:0 (25.). Mehnert schickte daraufhin die Ersatzspieler los, um sich warmzumachen. Die Bergischen versuchten es zwar weiter, drangen auch öfter in den Strafraum des BSC ein, blieben insgesamt zunächst aber zu harmlos. Ein WSV-Kopfball nach Freistoß von Rodrigues Pires ging knapp rechts am Pfosten vorbei (38.). So ging es mit dem Rückstand in die Halbzeit.

In den zweiten Durchgang startete der WSV mit Akritidis für Studtrucker. Und mit dem Anschlusstreffer: Ametov bediente Königs, der im Stile des Torjägers aus kurzer Distanz traf – nur noch 1:2 (55.). Marzullo ersetzte Pires Rodrigues (56..) Es wurde munter. Bonns Schumacher setzte einen Freistoß an den Außenpfosten (56.), Königs einen Ball knapp neben den Pfosten (57.). Glück hatte der WSV in der 60. Minute, als Schumacher einen Freistoß an den Außen hämmerte – und Pech, als der für Pires eingewechselte Marzullo mit einem Fernschuss ebenfalls den Pfosten traf (62.). Der Ausgleich lag in der Luft, und er fiel in der 65. Minute: Wendel bediente Ametov, der kühlen Kopf behielt - 2:2. Die Freude währte aber nicht lange, weil Salau einen Foulefmeter an Gencal verursachte und Schumacher den verwandelte - 3:2.

Doch der WSV schlug wieder zurück: Wendel stellte mit einem gekonnten Linksschuss aus elf Metern auf 3:3 (76.). Die Schlussphase wurde turbulent, Die Rot-Blauen drückten auf die Führung. Königs zielte aber aus fünf Metern über die Latte (85.), Bonns Teixeira drei Minuten später rechts am Pfosten vorbei. Marzullo und Ametov (90.+2.) vergaben die letzten Möglichkeiten. Die wilde Achterbahnfahrt endete mit dem Remis.

  • WSV-Trainer Alexander Voigt (Archivbild).
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Björn Mehnert (WSV-Trainer): „Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen, und das in so einer Situation. Wir sind gut reingekommen und hatten die Chance durch Ametov. Durch den individuellen Fehler von Niklas (Torwart Lübcke, Anm. der Red.) fällt mit dem ersten Schuss der Bonner das 1:0. Kein Vorwurf an ihn, bei einem Torwart ist der Ball dann halt oft drin. Ich wollte dann die Mannschaft aufbauen, aber mit dem zweiten Bonner Schuss kommt das zweite Ding, obwohl wir ja eigentlich gut im Spiel waren. Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass wir das Spiel noch drehen. Nach dem 2:2 fühlt man sich wie im falschen Film, zumal der Elfmeter fragwürdig war. Aber ich habe ich habe gespürt, dass der Charakter stimmt. Wir machen das 3:3 und hätten sogar den Sieg mitnehmen können. Wir ziehen das Positive daraus: Wir haben den Negativlauf gestoppt und Moral gezeigt. Ich ziehe den Hut davor, darauf werden wir aufbauen. Wir regenerieren jetzt und machen dann ein, zwei Tage frei. Die Jungs müssen nach den harten Wochen, in denen viel auf sie eingeprasselt ist, den Kopf freibekommen und sollen etwas mit ihren Familien machen. Danach werden wird an der Organisation der Kompaktheit arbeiten, denn das ist die Basis. Wir wollen in Bergisch Gladbach und in Dortmund was mitnehmen. Daniel Grebe und Kevin Pytlik sind dann wieder dabei.“

Stephan Küsters (Sportlicher Leiter WSV): „Das Spiel hätte eigentlich nur einen Sieger verdient gehabt, auch wenn wir 0:2 zurückgelegen haben. Wir haben es komplett bestimmt und uns auch Chancen erarbeitet, aber eben nicht belohnt. Die Mannschaft hat komplett alles rausgehauen. Bonn schießt drei Mal aufs Tor, der Elfer war unberechtigt. Wir sind zurückgekommen, die Mannschaft hat Willen gezeigt und sich zusammengerauft. Das war ein Sieg der Moral. Das Spiel war ein Spiegelbild der Saison; wir haben uns selber durch individuelle Fehler bestraft. Das ist bitter. Die abzustellen, daran müssen wir arbeiten. Dann geht es wieder in die andere Richtung.“

Zwei Partien hat der WSV in diesem Jahr noch zu bestreiten: am 16. Dezember das Nachholspiel beim SV Bergisch Gladbach 09 (19:30 Uhr, BELKAW-Arena) und am 19. Dezember um 14 Uhr bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund.

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