Handball-Bundesliga BHC vor Gang in die 2. Liga: HSV mit Lizenz unter Bedingung

Wuppertal · Dem Handball-Bundesligisten Bergischer HC droht neben dem sportlichen auch auf juristischem Weg der Abstieg in die 2. Liga. Das Schiedsgericht hat am Donnerstag (30. Mai 2024) dem Ligakonkurrenten HSV Hamburg die Lizenz für die Saison 2024/25 zugesprochen, wenn er bis zum 5. Juni 2024 eine nicht näher bezifferte zusätzliche Sicherheitsleistung erbringt.

 Der BHC muss das Oberhaus wohl verlassen.

Der BHC muss das Oberhaus wohl verlassen.

Foto: Dirk Freund

In seinem Urteil bestätigt das Schiedsgericht, das seit dem Vormittag mehrere Stunden lang in einem Hotel am Flughafen Hannover getagt hatte, zwar die Entscheidung des Gutachterausschusses und der Lizenzierungskommission vom 17. April 2024 „zur Höhe der zum damaligen Zeitpunkt ermittelten Liquiditätslücke ausdrücklich“. Anschließend hatte auch das HBL-Präsidium gegen den HSV geurteilt.

Das unabhängige Schiedsgericht, dem Sportrecht-Fachanwalt Christof Wieschemann als Vorsitzender sowie als Beisitzer Rechtsanwalt Prof. Dr. Rainer Tarek Cherkeh (vom HSV benannt) und Rechtsanwalt Michael Kintrup (von der Handball-Bundesliga benannt) angehörten, kam aber dennoch zu einem anderen Schluss.

Der HSV muss „nun zur Abdeckung des Risikos zukünftig möglicherweise entstehender finanzieller Risiken“ eine weitere Summe überweisen: „Sofern der Nachweis der Erbringung dieser Sicherheitsleistung nicht bis zum Mittwoch, den 5. Juni 2024 erbracht werden sollte, gilt die Lizenz als nicht erteilt.“ Eine im Vorfeld diskutierte Aufstockung der Liga war kein Thema.

Damit steht der BHC, der die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Hanseaten auch für die Spielzeit 2023/24 erheblich angezweifelt hatte, wenn er am Abend nicht beim Tabellenzweiten Füchse Berlin (20:30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) gewinnt. Schon bei einem Unentschieden wäre der HC Erlangen gerettet, der am Mittwochabend gegen den TVB Stuttgart mit 26:23 gewonnen hatte und nun vier Punkte vor den Bergischen liegt, weil nicht mehr einzuholen. Die letzte Partie bestreitet der BHC am Sonntag (2. Juni) ab 16:30 Uhr im Düsseldorfer PSD Bank Dome gegen die SG Flensburg Handewitt.

Wie der BHC auf den Urteilsspruch reagiert, ist noch nicht bekannt. Das Schiedsgericht ist die letzte Instanz auf HBL-Ebene. Ein Gang vor ordentliche Gerichte ist in den Statuten untersagt.

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