Handball-Bundesliga BHC vor sportlichem Abstieg – und Urteil des Schiedsgerichts

Wuppertal · Der Handball-Bundesligist Bergischer HC muss das Auswärtsspiel am Donnerstagabend (30. Mai 2024) beim Tabellenzweiten Füchse Berlin (20:30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) unbedingt gewinnen, um nicht als sportlicher Absteiger festzustehen. Umso mehr rückt das Urteil des Schiedsgerichts zur Lizenzverweigerung des HSV Hamburg in den Vordergrund.

Auch BHC-Interimstrainer Arnor Gunnarsson hofft, dass der BHC Erstligist bleibt.

Auch BHC-Interimstrainer Arnor Gunnarsson hofft, dass der BHC Erstligist bleibt.

Foto: Dirk Freund

Der direkte Konkurrent HC Erlangen gewann am Mittwochabend (29. Mai) das Heimspiel gegen den TVB Stuttgart mit 26:23 (13:12) und liegt nun wieder vier Pluspunkte vor dem BHC. Die Partie des vorletzten Spieltags verfolgten 7.777 Fans in der Arena Nürnberg.

Um sich sportlich noch zu retten, braucht der BHC nun sowohl in der Berliner Max-Schmeling-Halle als auch am Sonntag (2. Juni) im Düsseldorfer PSD Bank Dome gegen die SG Flensburg-Handewitt Siege und muss gleichzeitig auf Schützenhilfe des TSV Hannover-Burgdorf hoffen, der Erlangen empfängt.

Das Schiedsgericht tagt unterdessen am Donnerstag ab 11:30 Uhr im Maritim Airport Hotel am Flughafen Hannover. Der Vorsitzende Richter ist Christof Wieschemann aus Bochum, die Handball-Bundesliga hat Rechtsanwalt Michael Kintrup berufen, der HSV den auf Sportrecht spezialisierten Anwalt Prof. Dr. Rainer Tarek Cherkeh. Es reicht die einfache Mehrheit. Ein anschließender Gang vor ein ordentliches Gericht ist vertraglich eigentlich ausgeschlossen. Den haben bislang weder der HSV noch der BHC, der sich im Vorfeld nicht mehr geäußert hatte, angekündigt.

Der HSV hatte zwar die von der Lizenzkommission ausgemachte Liquiditätslücke in Höhe von rund vier Millionen Euro bis zum Stichtag am 3. Mai geschlossen, aber mutmaßlich nicht wie gefordert bis um 12 Uhr. Die Überweisung ging offenbar erst rund eine Stunde später ein. Dem HSV droht deshalb der Abstieg in die 4. Liga.

Das Schiedsgericht wird nun entscheiden, ob die Hamburger gegen die Regularien verstoßen haben und deshalb die Konsequenzen tragen müssen oder aber dies als zu hart angesehen wird. Eine weitere Möglichkeit ist, die Liga auf 19 Vereine aufzustocken, was aber den ohnehin schon großen Termindruck weiter verstärken würde. Mit einem Urteil wird am Nachmittag gerechnet.

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