Handball-Bundesliga BHC mit Showdown auf zwei Ebenen

Wuppertal · Es ist schon eine besondere Situation, in der sich der Handball-Bundesligist Bergischer HC vor den letzten beiden Saisonspielen am Donnerstag (30. Mai 2024) bei den Füchsen Berlin (20:30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) und am Sonntag (2. Juni) gegen die SG Flensburg-Handewitt (16:30 Uhr, PSD Bank Dome Düsseldorf) befindet. Sportlich droht der Abstieg, retten kann den BHC aber das Schiedsgericht.

 Szene aus dem Hinspiel mit Frederik Ladefoged und dem Ex-BHCer Max Darj (Mitte).

Szene aus dem Hinspiel mit Frederik Ladefoged und dem Ex-BHCer Max Darj (Mitte).

Foto: Dirk Freund

Das tagt am Donnerstag in Hannover und berät über den Einspruch des HSV Hamburg, dem die Lizenz für die Saison 2024/25 verweigert worden war. Sowohl die Lizenzkommission als auch das HBL-Präsidium urteilten zuvor in diesem Sinne, begleitet von einer Klage des BHC und einer medial ausgetragenen Auseinandersetzung mit Liga-Chef Frank Bohmann (die Rundschau berichtete). Bleibt auch das Schiedsgericht als letzte Instanz dabei, geht der freie Bundesliga-Platz an den BHC, der keinerlei Lizenzprobleme hatte. Ob einer der beteiligten Clubs anschließend vor ein ordentliches Gericht zieht, wird sich zeigen.

Sportlich käme die Rettung des BHC einer Sensation gleich. Die Berliner haben als Tabellenzweiter nur noch die theoretische Möglichkeit, den SC Magdeburg den Titel zu entreißen. Dennoch wollen die Füchse natürlich daheim gewinnen, nachdem sie das Finale der European League gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 31:36 verloren hatten. „Wir treffen auf zwei Weltklasse-Mannschaften", ordnet Arnor Gunnarsson, der gemeinsam mit Markus Pütz und Fabian Gutbrod als Interimstrainer fungiert, die Lage realistisch ein. Das Ziel sei klar: „Letztlich müssen wir auf uns gucken und unsere bestmögliche Leistung zeigen.“

Dabei baut er auf die Leistungssteigerung beim 31:31 gegen den TBV Lemgo Lippe: „Das Tempospiel war wirklich gut und die Effektivität im Angriff war in der zweiten Halbzeit auch ordentlich, aber in der Abwehr können wir uns noch steigern. Um eine Chance zu haben, brauchen wir ein gutes Abwehr-Torhüter-Paket und dann eben wieder ein paar einfache Tore.“ In Berlins Kader stehen Stars wie Top-Torjäger Mathias Gidsel (bereits 255 Treffer). Lasse Andersson, Kreisläufer Mijajlo Marsenic, Torhüter Dejan Milosavljev, der Ex-BHCer Max Darj und Bundesliga-Rekordtorschütze Hans Lindberg, der sich von den Füchsen verabschiedet.

Gunnarsson muss nur auf Elias Scholtes und Tom Kare Nikolaisen verzichten: „Djbril M'Bengues Knie konnten wir ein paar Tage Pause gönnen, aber er ist jetzt auch wieder voll im Training. Positiv ist auch die Entwicklung von Aron Seesing - es wird immer besser bei ihm.“
Die Tabellensituation ist klar: Schlägt der Tabellensechzehnte HC Erlangen am Mittwochabend den TVB Stuttgart und verliert der BHC am Donnerstag in Berlin, ist die Messe auf dem Parkett gelesen. Dann ginge es nur noch um die Entscheidung am Grünen Tisch.

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