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Amateurfußball in Wuppertal: „Das Spucken ist strengstens verboten“

Amateurfußball und Corona : „Das Spucken ist strengstens verboten“

Das Land hat den Trainingsbetrieb auf den nordrhein-westfälischen Fußballplätzen im Rahmen der neuen Corona-Schutzverordnung wieder erlaubt. Die Vereine in Wuppertal sind irritiert, das Sportamt kann nur Empfehlungen aussprechen.

Viktoria Rott will am Dienstag (12. Mai 2020) starten. „Die Aufnahme des Trainingsbetriebes stellt ein Angebot des Vereins dar, dass von Seiten der das Training durchführenden Trainer als auch von den Trainingsteilnehmern freiwillig und eigenverantwortlich wahrgenommen werden kann“, teilt der Rotter Vorstand auf der Homepage mit. „Wir haben uns bei dieser Entscheidung davon leiten lassen, dass die sportliche Betätigung im Rahmen einer Gemeinschaft für Jedermann aber insbesondere für Jugendliche ein auf Dauer unverzichtbarer Bestandteil des Lebens ist und auch für den sozialen Zusammenhalt eines Quartiers notwendig ist.“

Allerdings sind sich die Rotter der Unwägbarkeiten bewusst: „Der Jugendleiter und der Vorstand weisen ausdrücklich darauf hin, dass die vom Verein aufgestellten Hygieneregeln einzuhalten sind und ein Verstoß gegen diese Regeln zum Ausschluss vom Training bzw. zum vollständigen Abbruch des Trainings führen kann.“ Die Regeln schreiben unter anderem vor: Ein „Abstand von mindestens zwei Meter pro Spieler oder Trainer zum nächsten Mitspieler muss bei jeder Gelegenheit oder Übung eingehalten werden“. Und: „Das Spucken ist strengstens verboten und führt zum Trainingsausschluss!“ Nur ein Elternteil darf zusehen, sofern das Kind unter 14 Jahre alt ist. Das Vereinsheim bleibt geschlossen.

Etwas mehr Zeit lässt sich der Cronenberger SC, der erst ab dem 18. Mai voraussichtlich „ein zunächst eingeschränktes Training anbieten“ möchte: „Dies wird zunächst ausschließlich für die Senioren und die Junioren ab einschließlich E-Jugend aufwärts gelten.“ Momentan arbeite man noch am Hygienekonzept. Auch beim TSV 05 Ronsdorf hat man die Bremse gezogen: „Aufgrund erheblicher rechtlicher Unklarheiten und der schwer umsetzbaren Pflicht zur Einhaltung aller hygienischen sowie organisatorischen Maßnahmen bleibt die Sportanlage bis auf Weiteres für den Trainingsbetrieb gesperrt!“ Die Sportfreunde Dönberg haben nun entschieden, erst am 30. Mai anzufangen – unter den vorgegebenen Bedingungen.

Die Verunsicherung ist verständlich. „Klar ist, dass Kontaktsportarten noch nicht erlaubt sind. Die Fußballer können trainieren, aber nicht Fußballspielen“, sagt Alexandra Szlagowski, Leiterin der Wuppertaler Sport- und Bäderamtes. Jeder Verein sei selber dafür verantwortlich zu gewährleisten, dass die Verordnung eingehalten werde. „Wir können als Sportverwaltung nicht für alle Vereine und alle Sportarten und -anlagen spezifische Konzepte schreiben“, so Szlagowski. Die Abstandsregel müsse zwingend eingehalten werden. Sie verweist auf den Wegweiser, den der Landessportbund NRW auch für andere Sportarten aufgestellt hat. Die Wuppertaler Sporthallen bleiben zunächst noch geschlossen.

Der Fußballverband Niederrhein startet am Dienstag (12. Mai) eine Online-Umfrage unter den Vereinen, nachdem in den vergangenen drei Wochen die Kreise kontaktiert worden waren. „Der Amateurfußball als nicht-kontaktfreier Sport ist in Training und Wettkampf laut der aktuellen und bis zum 25. Mai gültigen Coronaschutzverordnung untersagt. Auch der 30. Mai, kürzlich als ,Richtgröße‘ (Andrea Milz, NRW-Staatssekretärin Sport und Ehrenamt) für die Wiederaufnahme von Kinder-, Jugend- und Amateurfußball genannt, ist nicht umsetzbar, da dem Wiederbeginn des Spielbetriebs eine 14-tägige Vorlaufzeit (Training unter denselben Bedingungen) vorgeschaltet ist. Am 29. Juni beginnen in Nordrhein-Westfalen zudem die spielfreien Sommerferien“, so der FVN. Der Fußballkreis Wuppertal / Niederberg hat sich dafür ausgesprochen, die seit Mitte März ausgesetzte Saison endgültig abzubrechen.