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Wuppertaler Breitensport in Sorge vor Austrittswelle

Offener Brief des SSV Germania : Breitensport in Sorge vor Austrittswelle

Friedhelm Bursian, Vorstand und Geschäftsführer des SSV Germania Wuppertal, warnt in einem offenen Brief vor den Folgen der Corona-Beschränkungen für den Breitensport. Zwei Punkte seien nun wichtig. Der Wortlaut.

„Die großen und gefährlichen Merkmale der Coronavirus-Krise wie klamme Kassen, gefährdete Existenzen und kein gesellschaftliches Zusammentreffen sowie das langfristige ehrenamtliche Engagement machen sich auch im Vereinssport massiv bemerkbar und werden die Zukunft des Vereinswesens massiv beeinflussen.

Die fehlenden sozialen Kontakte und die ausbleibende Bewegung in Gesellschaft zählen zu den gravierenden kurzfristigen Folgen. Der Sport ist ein wirtschaftlicher und vor allem an der Basis mit viel ehrenamtlichem Herzblut gelebter sozialer Pfeiler eines Gesellschaftssystems. Unsere Gesellschaft lebt von den Vereinen und vom Ehrenamt. Die Ungewissheit und das Informationsdefizit sind eine große Herausforderung, da einem niemand wirklich verlässlich beantworten kann, wann Vereinssport in seiner gewohnten Form überhaupt wieder möglich wird. Je länger der aktuelle Zustand anhält, umso schwieriger wird es, in den normalen Zustand zurückzukehren.

Bisher lagen die Probleme in unserem Verein in der Gewinnung von ehrenamtliche Mitarbeitern. Nun kommen noch Mitgliederverluste und damit verbundene finanzielle Probleme auf uns zu, da kleine Vereine von den Soforthilfen der Regierung aktuell ausgeschlossen sind. Die Härteprüfung kommt erst noch nach dem nächsten Austrittstermin zum Ende des Geschäftsjahres auf uns zu. Alles hängt davon ab, ob sich die Mitglieder verständnisvoll und solidarisch zeigen. Da seit Mitte März kein Vereinssport mehr stattfindet, fehlen ganz besonders die Neueintritte, über die sich die meisten Vereine hauptsächlich finanzieren.

Wenn nicht noch vor den Sommerferien der Vereinssport wieder starten kann, wird das enorme Herausforderungen und Konsequenzen haben. Ohne nach Zuschüssen und finanziellen Hilfen zu rufen, fordern wir vielmehr zwei wichtige Punkte:

▶ Ein verlässlicher und planbarer Termin, wie und wann der Sport- und Trainingsbetrieb auf und in den Sportanlagen weitergehen kann.

▶ Versammlungsbeschränkungen spätestens vor den Sommerferien unter den bestehenden Hygieneregeln aufheben, damit Treffen / Sitzungen wieder stattfinden und Vorstände Entscheidungen treffen können.

Bedanken möchte ich mich bei dem Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Helge Lindh, der am letzten Samstag eine Video- und Telefonkonferenz mit Wuppertaler Sportvereinen durchgeführt hat und die Ergebnisse mit nach Berlin nimmt. Aber auch bei unserem Oberbürgermeister Andreas Mucke, der sich auf kommunaler Ebene in dieser Angelegenheit einsetzen wird.“