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Wuppertaler GWG sieht Weichen für einen langfristigen Erfolg gestellt

Wohnungsbau : GWG sieht Weichen für einen langfristigen Erfolg gestellt

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal sieht sich im Rahmen der Neuaufstellung inhaltlich und wirtschaftlich „auf einem sehr guten Weg“. Der Konzern könne wieder verstärkt Investitionsprojekte umsetzen und sich zu den erfolgreichen Wohnungsbaugesellschaften zählen, gab das Unternehmen am Freitag (29. Mai 2020) auf der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Finanzen: Der Jahresabschluss 2019 weist demnach eine weitere Verbesserung der Eigenkapitalquote auf von 25,5 gegenüber 25, Prozent im Vorjahr). Damit liege man weiterhin auf einem wettbewerbsfähigen Niveau. Rund 12,4 Millionen Euro hat die GWG in 2019 für sonstige betriebliche Aufwendungen, Personal und Zinsen ausgegeben – im Vorjahr waren es 13,2 Millionen Euro. Parallel dazu haben sich die Umsätze aus der Hausbewirtschaftung von 36,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 36,5 Millionen Euro in 2019 leicht erhöht. Das Rohergebnis (21,7 Millionen Euro in 2019) ist im Vergleich zum Vorjahr (24,0 Millionen Euro) um rund 2,3 Millionen Euro gesunken. Bereinigt um die Effekte aus den in 2018 noch enthaltenen Erlösen aus Verkäufen (2,4 Millionen Euro) hat sich die GWG damit stabil entwickelt. Das Wirtschaftsjahr 2019 schloss mit einem Gewinn von rund 1,7 Millionen Euro (Vorjahr 2,7 Millionen Euro). Die GWG war finanziell schwer angeschlagen, musste von der Stadt unterstützt werden und fährt nun einen Konsolidierungskurs.

Immobilienmanagement: In den nächsten zehn Jahren will die GWG rund 144 Millionen Euro in den Wohnstandort Wuppertal investieren. Hiervon entfallen rund 123 Millionen Euro auf nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnqualität im Bestand. So könne die Attraktivität der Gebäude und Wohnungen weiter gesteigert werden. Dies gewährleistee zudem die Werterhaltung der Häuser. Hinzu kämen gezielte Neubauprojekte, die dazu dienten, den Gesamtbestand aufzufrischen und neue Angebote für die rege Nachfrage in Wuppertal zu schaffen. 2019 setzte die GWG umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen um – allen voran das Großprojekt Sedanstraße 75-89 in Barmen. Hier wurden seit 2017 insgesamt acht denkmalgeschützte Mehrfamilienhäuser mit 59 Wohnungen ganzheitlich und vor allem energetisch modernisiert. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten werden momentan die Außenanlagen aller acht Häuser umgestaltet. Es werden unter anderem Mietergärten angelegt und eine Wildblumenwiese nebst Bienenhotel errichtet. „Zudem wurden insgesamt 209 Wohnungen modernisiert und die vorbereitenden Planungsarbeiten für weitere Großmodernisierungen, wie zum Beispiel die Umbaumaßnahme Wuppertaler Hof sowie der Um-/Ausbau der Lise-Meitner-Straße, wurden vorangetrieben“, so die GWG. Hier sollen moderne, kundenfreundliche Büroflächen für den Stadtkonzern entstehen, die auch einen Einstieg in die „Arbeitswelten 4.0“ ermöglichen.

Anfang 2020 haben die Bauarbeiten für das „heidter carré“ begonnen. An der Unteren Lichtenplatzer Straße entsteht das erste Neubauvorhaben der GWG seit Ende der 1990er Jahre. Auf dem verbleibenden Grundstück der ehemaligen Bremme-Brauerei in Heckinghausen werden 30 barrierefreie Wohnungen mit einer Kindertagesstätte kombiniert.

Die positive Leerstandsentwicklung der vergangenen Jahre habe sich 2019 ebenfalls fortgesetzt. Zum Jahresende standen rund 3,3 Prozent der GWG-Wohnungen leer. Dies entspriche einer Verbesserung von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liege der Anteil leer stehender Wohnungen im Bestand der GWG deutlich unter dem gesamtstädtischen Wert. Eine weitere Senkung des Leerstands sei für die nächsten Jahre geplant.

Digitalisierungsstrategie: Die GWG hat sich nach eigenen Angaben auch im Jahr 2019 mit der digitalen Transformation und der damit verbundenen Potenziale auseinandergesetzt. „Das Ergebnis war und ist eine von allen Mitarbeitern erarbeitete und unterstützte Digitalisierungsstrategie für die kommenden drei Jahre. Ziel ist es, die städtische Tochter für neue, komplexere, immer schneller werdende Anforderungen von heute und morgen stark zu machen. Auf diese Weise können die Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit weiter gesteigert werden“, heißt es.

Personalentwicklung: Auch 2019 setzte die GWG auf die Qualifizierung und Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter. So hat die GWG unter anderem im vergangenen Jahr ein „agiles Projektmanagement neben der Linienorganisation aufgebaut, um über die klassischen Abteilungsgrenzen hinaus zukunftsweisende Projekte - zum Beispiel aus dem Bereich Digitalisierung - erfolgreich umzusetzen“.