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Wuppertal - Empfehlungen: Vier Ausflugstipps für Pfingsten

Empfehlungen der Rundschau-Redakteure : Vier Ausflugstipps für Pfingsten

Noch keine Pläne für das lange Pfingstwochenende? Vier Rundschau-Redakteure geben Tipps, was man in und rund um Wuppertal an den Feiertagen unternehmen kann.

Mal rüber an die Ruhr!

Tipp von Redaktionsleiter Roderich Trapp
Sie sitzen einigermaßen gut im Sattel und suchen nach ein bisschen Abwechslung vom Fahrrad-Cruisen auf der Nordbahntrasse? Wie wär‘s dann Pfingsten mal mit einem alternativen Trassen-Ausritt Richtung Essen über den Panromaradweg Niederbergbahn und weiter an der Ruhr und am Baldeneysee entlang? Hört sich lang und anstrengend an, ist aber absolut easy, weil man fast nur eben oder leicht bergrunter unterwegs ist und dann ganz bequem mit dem Zug zurückfahren kann.

Den nächstgelegenen Einstieg in Richtung Panoramaradweg findet man von Wuppertal aus kommend am Oberdüsseler Weg rechter Hand kurz bevor die Straße die A535 unterqeuert. Von hier geht es auf der alten Bahntrasse über Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus Richtung Ruhrgebiet. Die Strecke führt über einige spektakuläre Brücken und bietet Aussichtspunkten mit Revier-Fernblick. Der Radweg endetin Essen-Kettwig, wo man die Ruhr überqueren und am Fluss weiterfahren kann. Allein dem Gewusel von Ruder-, Motor- und Tretbooten sowie allen möglichen anderen skurillen Wasserfahrzeugen zuzugucken lohnt den Weg.

Der setzt sich nach einem weiteren Seitenwechsel in Werden entlang des Baldeneysees fort und endet am Bahnhof Kupferdreh, von dem aus man mit der S9 zurück nach Vohwinkel kann. Speziell entlang der Ruhr und des Sees laden zahlreiche Open-Air-Lokale zur Pause ein, ohne Stop beträgt die Fahrzeit vom Oberdüsseler Weg bis Kupferdreh je nach Fitnessgrad zwei bis drei Stunden. Den Streckenplan der Niederbergbahn gibt‘s im Netz auf www.neanderland.de, samt Navigationsdateien, die Fortsetzung lässt sich problemlos auf der Tourenkarte unter www.ruhrtalradweg.de ablesen. Kleiner Tipp: Wer vormittags um 9 oder 10 Uhr startet, entgeht dem hier - ähnlich wie auf der Nordbahntrasse - nicht unerheblichen „Rush Hour“ speziell auf dem schmaleren Stück entlang der Ruhr.

Rund um Wuppertal

Tipp von Redakteurin Hannah Florian
Sie sind gerne zu Fuß unterwegs? Dann ist mein 104 Kilometer langer Ausflugstipp genau das Richtige für Sie. Ich spreche vom Wuppertaler Rundwanderweg, auf der Strecke gekennzeichnet durch ein weiß umkringeltes W auf schwarzem Grund. Vielleicht ist es Ihnen bei einem Spaziergang aufgemalt auf einen Baum oder Pfahl ja schon einmal begegnet. Und jetzt bitte durchatmen - natürlich fordere ich Sie nicht dazu auf, die gesamten 104 Kilometer an einem Stück zu wandern. Stattdessen könnten Sie sich in kleinen Etappen auf die Spuren des Wuppertaler Rundwanderweges begeben. Meine Erfahrung bisher: Egal wo man auf den Weg einsteigt (und da er einmal rund um Wuppertal führt, ist das von fast jedem Stadtteil aus möglich), es gibt immer etwas zu entdecken!

Folgen Sie dem weißen W insgesamt 104 Kilometer (oder nur eine kleine Etappe) rund um Wuppertal. Foto: Wuppertaler Rundschau

Wie wäre es mit einem Spaziergang vom Freibad Eckbusch aus über die Felder bis hin zum Schloss Lüntenbeck? Ich habe gehört, im Restaurant am Schloss öffnet bald ein neuer Gastronom seine Türen. Alternativ können Sie an der Kinder- und Jugendfarm auf den Rundweg einsteigen, leicht zu erreichen von der Schwebebahnhaltestelle Sonnborner Ufer aus, und quer durch das Waldgebiet Burgholz und das Arboretum bis hoch nach Cronenberg wandern – Wald, so weit das Auge sieht! Für ein kleines Päuschen bietet sich der Bahnhof Burgholz auf der Sambatrasse an. Alternativ wartet am Ende der Tour oben in Cronenberg im Eiscafé Simonetti eine eisgekühlte Belohnung. Und vielleicht sind Sie ja am Ende auf den Geschmack gekommen und nehmen sich für die nächsten Wochenenden die übrig gebliebenen Wege der 104 Kilometer langen Strecke vor.

Wüste, Wasser, Weite

Tipp von Redakteur Stefan Seitz
Statt einer Land-Partie empfehle ich eine ganz besondere Ausstellung, die vor Wochen durch Corona ausgebremst wurde, und sich zurzeit im Mezzanin (= Halbgeschoss) des Von der Heydt-Museums „versteckt“. „Zu Lande und zu Wasser“ ist eine umfassende Werkschau des Land-Art-Künstlers Hannsjörg Voth – und definitiv einen Besuch wert. Voth, der 1940 geboren wurde, hat seit den 70er Jahren vor allem in Marokko aufsehenerregende Kunst-Projekte realisiert, die in ihrer Art ihresgleichen suchen. Etwa die 40 mal 100 Meter große „Stadt des Orion“ in der Wüste. In drei Museumsräumen ist eine Reise möglich, die den Betrachter streckenweise staunend schweigen lässt.

„Orion Stadt“ vom Künstler Voth. Foto: Ingrid Amslinger

Der Ehrenberg und seine Hirsche

Tipp von Redakteurin Milka Vidovic
Sie genießen gerne die Stille des Waldes, lieben den Ausblick über das Tal und haben ein Herz für die Tiere? Dann nutzen Sie doch den Pfingstsonntag oder -montag für einen Ausflug ins Grüne: auf den Ehrenberg in Langerfeld. Ich bevorzuge es, den rund 345 Meter hohen Bergrücken in Wuppertals Osten zu Fuß vom Langerfelder Markt aus über die Wilhelm-Hedtmann-Straße, vorbei an dem Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und den Hedtberg zu erklimmen. Der Anstieg ist steil, aber es lohnt sich in mehrfacher Hinsicht: Oben angekommen ist man zwar völlig aus der Puste, verschwitzt und durstig (das bin ich jedenfalls immer), belohnt wird man aber mit einem tollen Ausblick über Wuppertal, einer sattgrünen Landschaft und der Gesellschaft von Damwild und Mufflons. Zu erreichen ist das Wildgehege natürlich auch mit dem Auto. Über die Ehrenberger Straße gelangt man zu einem gebührenfreien Parkplatz. Über die genaue Lage des Wildgeheges gibt dann eine Wandertafel des Sauerländischen Gebirgsvereines Auskunft. Für den Rückweg wähle ich immer die selbe Strecke und gönne mir in der Eisdiele am Langerfelder Markt noch etwas Leckeres.

Ein Reh im Wildgehege am Ehrenberg. Foto: Wuppertaler Rundschau/mivi