Eigene Software „VEO“ soll das Gesundheitsamt leistungsstärker machen

Wuppertal · Smartes Fallmanagement und digitale Prozesse sollen ab sofort die Arbeit des Wuppertaler Gesundheitsamts erleichtern. VEO, kurz für „Verwaltung Elektronisch Organisiert“, heißt die neue Software, die hinter dieser Entwicklung steckt.

Gesundheitsamtsleiterin Kirstin Lintjens (li.) und Gesundheitsdezernentin Katrin Linthorst.

Foto: Stadt Wuppertal

Sie ist vom Gesundheitsamt selbst konzipiert worden, deutschlandweit einzigartig und seit Kurzem offiziell vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert.

„Die Digitalisierung unserer Stadtverwaltung ist kein Selbstzweck, sondern ein entscheidender Baustein für einen modernen und bürgernahen Service. Mit dem neuen Fallmanagement-Tool nimmt unser Gesundheitsamt auf kommunaler Ebene eine Vorreiterrolle ein und macht deutlich, wie digitale Lösungen die tägliche Arbeit spürbar optimieren können. Die Zertifizierung durch das BSI unterstreicht, dass wir dabei nicht nur innovativ, sondern auch sicher und qualitativ auf höchstem Niveau arbeiten“, sagt Oberbürgermeisterin Miriam Scherff.

VEO ist bereits im Einsatz: So müssen beispielsweise mehr als 400 Institutionen in der Stadt – Pflegeheime und andere medizinische Einrichtungen – ihre Unterlagen zur Hygieneüberwachung nicht mehr ausdrucken, einscannen und via E-Mail schicken. Die Unterlagen können nun digital ausgefüllt und datenschutzkonform übermittelt werden. Das neue System ordnet sie automatisch dem richtigen Vorgang zu.

Seit April 2022 hat ein Team des Gesundheitsamts mit Softwareentwicklern des Amts für Digitalisierung an der neuen IT-Lösung gearbeitet. Nach und nach soll VEO nach dem Baukastenprinzip auf die verschiedenen Bedarfe der einzelnen Abteilungen im Gesundheitsamt zugeschnitten werden. Als Nächstes wird voraussichtlich die Trinkwasserüberwachung in VEO umgesetzt.

Die Arbeitserleichterung werde im Alltagsgeschäft deutlich zu spüren sein, erläutert die zuständige Dezernentin Dr. Katrin Linthorst: „Administrative Begleitarbeit – wie etwa die Erstellung von Standardschreiben – wird dank VEO messbar reduziert. Dadurch gewinnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertvolle Zeit für das, worauf es wirklich ankommt: den direkten Einsatz für die Menschen in Wuppertal. Sei es nun beispielsweise im Bereich Kinder- und Jugendgesundheit, Prävention und Beratung oder Hygieneüberwachung.“ VEO stärke die Leistungsfähigkeit des Gesundheitsamtes und mache die Verwaltung fit für die Zukunft.

VEO durchlief die Zertifikatsprüfung des BSI freiwillig – mit positivem Ergebnis. Die Anwendung wurde dabei hinsichtlich ihrer Abwehrfähigkeit gegen Hackerangriffe untersucht, weiterentwickelt und bewertet. Am Donnerstag (2. Juli) konnte die Stadt das Zertifikat offiziell entgegennehmen.

„Die Zertifizierung ist weit mehr als ein technischer Meilenstein. Sie zeigt, dass digitale Innovation und höchste Sicherheitsstandards in der Stadtverwaltung Hand in Hand gehen können. Mit VEO schaffen wir effizientere Verwaltungsprozesse und stärken gleichzeitig das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in digitale Angebote“, sagt Digitalisierungsdezernentin Dr. Sandra Zeh.

Fabian Hodouschek (Leiter der Zertifizierungsstelle des BSI): „Wir freuen uns, der Stadt Wuppertal das Zertifikat überreichen zu können. Die Sicherheitszertifizierung durch das BSI schafft Vertrauen in Produkte für die sichere Digitalisierung in Deutschland. Mit dem Zertifikat wird bestätigt, dass die Stadt Wuppertal bei ihren digitalen Prozessen mit VEO einen besonderen Fokus auf Qualität und Sicherheit legt. Erfolgreiche Cyberangriffe auf Kommunen und ihre Einrichtungen erschüttern das Vertrauen in die Demokratie und die Handlungsfähigkeit des Staates – in die Sicherheit der eingesetzten Lösungen zu investieren ist das Gebot der Stunde.“

„Die Corona-Pandemie hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig ein leistungsfähiges und smartes Fallmanagement im Hintergrund ist, damit Gesundheitsämter auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben. Diesen Erfolg durch Zusammenarbeit mit vielen Engagierten für die Bevölkerung zu erzielen, ist ein Privileg“, so Sam Bani Amer (Verantwortlicher für den Bereich Digitalisierung und IT im Gesundheitsamt).

Finanziert wurde die Entwicklung der Fallmanagementsoftware durch Fördermittel der Europäischen Union, unterstützt durch das Bundesministerium für Gesundheit, in Höhe von 1,3 Millionen Euro.