Dr. Jochen Motte wurde am 6. September 1962 in Neunkirchen (Saar) geboren. Er studierte Evangelische Theologie in Wuppertal, Tübingen und Bern und wurde 1990 als Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland ordiniert. 1992 promovierte er an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal mit einer Arbeit zur Theologie Walther Zimmerlis. Im selben Jahr trat Dr. Motte zunächst als Assistent des Direktors Pfarrer Peter Sandner in den Dienst der VEM ein.
In dieser Funktion war er maßgeblich am Internationalisierungsprozess der VEM beteiligt. 1993 wurde er in den Vorstand der VEM berufen und übernahm Verantwortung für den Arbeitsbereich Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. In den Jahren 2006 bis 2008 sowie von 2011 bis 2024 war er stellvertretender Generalsekretär der VEM.
„Sein Dienst war getragen von der Überzeugung, dass christlicher Glaube untrennbar mit dem Einsatz für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden verbunden ist. In zahlreichen internationalen und ökumenischen Projekten, Konferenzen und Publikationen brachte Dr. Motte diese Haltung in Kirche und Gesellschaft ein. Mit seiner jährlichen Menschenrechtsaktion wurde er in vielen Gemeinden weithin bekannt“, so die VEM.
Über die VEM hinaus engagierte sich Dr. Motte seit 1994 im Koordinationskreis des Forums Menschenrechte, einem Netzwerk von über 50 deutschen Nichtregierungsorganisationen. Seit 2005 war er zudem Mitglied im Beirat der Bundesregierung für Krisenprävention und Friedensförderung, wo er kirchliche Perspektiven in politische Diskurse einbrachte. Am 4. November 2025 wurde Pfarrer Dr. Jochen Motte aus dem Dienst der VEM verabschiedet und als Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland entpflichtet.
„Jochen Mottes leidenschaftlicher Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung war ein prägender Ausdruck seines christlichen Glaubens. In unserer langen Weggemeinschaft habe ich – und haben wir als VEM – viel von seiner Klarheit, seiner Überzeugungskraft und seinem Engagement gelernt. Sein beharrlicher Einsatz für die Menschenrechte, auch über kirchliche Grenzen hinweg, hat die VEM national wie international glaubwürdig vertreten. Wir verlieren ihn als Freund und Kollegen. Er bleibt ein bleibendes Vorbild dafür, dass Kirche dort stehen muss, wo Menschen an den Rändern und in Not sind“, so Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, Generalsekretär der VEM.
Die Vereinte Evangelische Mission blickt „in Dankbarkeit auf das Leben und Wirken von Pfarrer Dr. Jochen Motte“ zurück: „Sein Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung bleibt Auftrag und Verpflichtung. Den Angehörigen gilt das besondere Mitgefühl. In christlicher Hoffnung vertraut die VEM darauf, dass er nun in Gottes Frieden geborgen ist.“