Bußgeldkatalog wird verschärft Wilde Müllkippen: Mindestens 300 Euro schon beim ersten Verstoß

Wuppertal · In Wuppertal müssen erwischte Müllsünderinnen und -sünder künftig tiefer in die Tasche greifen. Auf Initiative von Oberbürgermeisterin Miriam Scherff und in Absprache mit den Fachabteilungen wird der entsprechende Bußgeldkatalog verschärft.

Von li.: Patrick Herzog (li., AWG-Abteilungsleiter Abfallsammlung und -transport), die AWG-Mülldetektive, Oberbürgermeisterin Miriam Scherff, AWG-Geschäftsführer Sascha Grabowski, AWG-Prokurist Daniel Pfordt und Christoph Brüssermann.

Foto: AWG

Die Stadt will härter gegen illegale Abfallentsorgung und Vermüllung im öffentlichen Raum vorgehen – insbesondere an den öffentlich zugänglichen Depotcontainer-Standplätzen in Wuppertal. „Wer künftig Abfälle ordnungswidrig neben den Depotcontainern entsorgt, zahlt nun beim ersten Verstoß mindestens 300 Euro Bußgeld“, kündigt Scherff, die im Herbst 2025 ein „Praktikum“ bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) absolvierte und mit den AWG-Mülldetektiven unterwegs war. Ihr Fazit: „Aus meiner Sicht ist das illegale Abladen von Müll kein Kavaliersdelikt.“

AWG-Geschäftsführer Sascha Grabowski: „Die Stadtsauberkeit ist uns sehr wichtig. Da ist ein vermüllter Wertstoffplatz für Anwohner, Spaziergänger und natürlich auch für uns ein echtes Ärgernis. Es sind aber tatsächlich nur einige wenige, die das gute Gesamtbild stören. Im Sinne der Wuppertalerinnen und Wuppertaler wollen wir zusammen mit der Stadt gegensteuern,“

Zwei bis drei Mal pro Woche und nach Bedarf reinigt die AWG nach eigenen Angaben ihre mehr als 440 Depotcontainer-Standplätze für Altglas, Altpapier, Elektrokleingeräte und Altkleider. Und doch kommt es rund um die Container immer wieder zu illegalen Ablagerungen. Die Bandbreite reicht von Restmüllsäcken über Bauschutt bis hin zu Großverpackungen und sperrigen Kartonagen aller Art.

Auch bei überfüllten Containern ist die Müllablagerung neben den Containern nicht erlaubt und es muss auf einen anderen Standort – beispielsweise einen der vier AWG-Recyclinghöfe – ausgewichen werden. Illegale Ablagerungen sind ein Fall für die Mülldetektive der AWG: Das vor gut einem Jahr neuformierte, vierköpfige Team aus erfahrenen Müllwerkern nimmt die Depotcontainer-Standorte ins Visier, dokumentiert die Missstände und sorgt für deren schnelle Beseitigung.

Die AWG-Mitarbeiter selbst dürfen allerdings weder Verwarnungen aussprechen noch Bußgelder verhängen. Das ist Sache der Stadt Wuppertal. Bislang kommen pro Jahr nach Angaben aus dem Rathaus „mehrere hundert Anzeigen“ zusammen.

Auch die Bekämpfung der sonstigen Vermüllung des öffentlichen Raums wie die wilden Kippen in Wäldern, Parks und auf Gehwegen stehen im Fokus. Hier plant die Stadt ebenfalls „eine stärkere Sanktionierung im engen Schulterschluss zwischen der AWG und den zuständigen Ressorts der Stadtverwaltung wie Umweltschutz und Ordnung“.