Zwei Entscheidungen mit einer gemeinsamen Stoßrichtung: Die Stadtentwicklungsentscheidung soll Wuppertal in die Lage versetzen, über den Ankauf und die Vermarktung von Schlüssel- und Problemimmobilien mehr Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen zu können.
Zur Begründung werden Dauerbrenner wie das brach liegende Prym-Gelände in Barmen, die Post am Kleeblatt oder die Bundesbahndirektion ins Feld geführt, die teils jahrzehntelang vor sich hin gammeln oder – im Fall der Bahndirektion – gammelten. Die neue Gesellschaft, deren Gründung jetzt vorbereitet wird, soll solche Objekte von ihren privaten Besitzern ankaufen und im Sinne der Stadt entwickeln.
Die konkrete Ausprägung der Aufgaben soll im Gesellschaftsvertrag definiert werden. „Wir wollen keine Doppelstrukturen zu Wirtschaftsförderung und GWG schaffen“, formulierte Alexander Hobusch (SPD) dabei ein wesentliches Ziel. Und fügte hinzu: „Der Erfolg der Gesellschaft hängt von ihrer finanziellen Ausstattung ab." Auch über die muss im weiteren Prozess entschieden werden.
Die prominenteste Problemimmobilie Wuppertals steht aktuell mitten in Elberfeld und sorgt schon jetzt für Handlungsdruck: Auch beim ehemaligen Kaufhof am Neumarkt will die Stadt das Heft in die Hand nehmen, um das Objekt nicht ohne Einflussmöglichkeiten Investoren und dem schwierigen Markt zu überlassen und damit langfristigen Leerstand zu riskieren.
Daher wurde die Verwaltung vom Rat einstimmig beauftragt, mit den Eigentümern über einen Ankauf des Komplexes zu verhandeln, in dem laut aktuellen Nutzungskonzept neben gewerblichen Mietern und Wohnungen auch Stadtbibliothek, Bergisches Weiterbildungskolleg und ein Teil der Volkshochschule einziehen sollen.