Politik in Wuppertal Dezernenten-Debakel und neuer Job für Nocke

Wuppertal · Die für Montag geplante Wahl eines neuen Stadtkämmerers ist geplatzt. Kandidat Gerno Böll hat kurzfristig einen Rückzieher gemacht.

Gerno Böll (re.) 2024 bei seiner Ernennung zum Sozialdezernenten in Brühl.

Foto: Stadt Brühl

Die Nachricht kam am Montag sehr karg in Form einer Pressemitteilung der Wuppertaler SPD-Fraktion: Man bedauere, dass Gerno Böll seine Kandidatur aus persönlichen Gründen zurückgezogen hat. Einen Tag später ließ die FDP tiefer blicken: Der Rückzug sei die konsequente Folge der Feststellung der Bezirksregierung, dass die erforderlichen fachlichen Voraussetzungen für das Amt nicht vorliegen.

Über die Eignung des bisher in Brühl als Sozialdezernent aktiven Kandidaten für den anspruchsvollen Kämmerer-Posten war nach der Entscheidung der Findungskommission bekanntlich öffentlich spekuliert worden. Bölls Absage ist ein weiterer Wuppertal-Flop in Sachen Beigeordneten-Wahlen.

Die Findungskommission muss jetzt erneut aktiv werden, Montag soll im Stadtrat nun Planungsdezernent Gunnar Ohrndorf als Interims-Leiter des Geschäftsbereichs Finanzen gewählt werden. Diese Rolle hatte zwischenzeitlich Oberbürgermeisterin Miriam Scherff übernommen.

Matthias Nocke war Stadtdirektor sowie Dezernent für Kultur, Sport, Ordnung und Sicherheit.

Foto: Ralf Silberkuhl

Wuppertals im Januar abgewählter Ex-Dezernent und Stadtdirektor Matthias Nocke (63) hat unterdessen nach 18 Jahren im Verwaltungsvorstand eine neue berufliche Aufgabe übernommen: Er ist jetzt mit an Bord bei der Wuppertaler Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft WPK. Nocke wird seine Erfahrungen in den Bereichen Organisationsentwicklung und Strategie für soziale, kulturelle oder auch sportliche gemeinnützige Vereine sowie gemeinnützige GmbHs einbringen.

Dieses Non-Profit-Segment macht einen Teil des Kundenstammes von WPK aus, wo man mit einem 50-köpfigen Team mittelständische Unternehmen, Familienunternehmen und gemeinnützige Organisationen berät.

Peter Krämer, geschäftsführender Gesellschafter von WPK: „Ich freue mich, dass Matthias Nocke nun zu uns gehört. Ich finde, das ist eine wirklich gute Nachricht für die Wuppertaler Kultur.“

(rt/sts)