Elberfeld: Peinliche Feuerwehr-Panne

Elberfeld : Peinliche Feuerwehr-Panne

Sie wollte einem verunglückten Rollstuhlfahrer helfen und rief die Feuerwehr. Was sie von der Leitstelle zu hören bekam, verschlug Kirsten Denker die Sprache.

"Es war gegen 20. 30 Uhr, als wir auf dem Weg nach Hause an der Ecke Moritzstraße/Friedrich-Ebert-Straße eine Person neben einem umgestürzten Rollstuhl hilflos auf dem Boden liegend sahen. Obwohl sich bereits zwei Menschen sich um den Mann kümmerten, sind wir hin, um zu helfen", schildert Kirsten Denker die Situation am Freitag, 6. Oktober. Auch wenn es aufgrund der Leibesfülle des Gehbehinderten schwer fällt: Mit gemeinsamen Kräften gelingt es, ihn, der zudem noch über Kopfschmerzen klagt, wieder in den Rollstuhl zu bugsieren.
Als die Helfer feststellen, dass ein defektes Rad am Rollstuhl eine Weiterfahrt unmöglich macht, greift Kirsten Denker zum Telefon und wählt die Notrufnummer 112. "Klar war, dass der Mann beim bei Überqueren des Bordsteins oder eines anderen Hindernisses umgekippt ist. Es war nicht auszuschließen, dass er sich dabei dabei nicht sichtbare Verletzungen zugezogen hat, somit und auch aufgrund des nicht mehr funktionierenden Rollstuhls lag es nah, die Feuerwehr zu alarmieren," berichtet die Frau.

Sie wollte einem verunglückten Rollstuhlfahrer helfen und rief die Feuerwehr. Was sie von der Leitstelle zu hören bekam, verschlug Kirsten Denker die Sprache.

Entsprechend schildert sie dem Mitarbeiter in der Feuerwehrleitstelle die Situation und glaubt, ihren Ohren nicht trauen zu können, als dieser fragt: "Ist er im ADAC?" Völlig entgeistert richtet sie die Frage weiter an den Verunglückten. "Nein, ich bin im Pflegeheim" antwortet dieser. Worauf von der Leitstelle die Mitteilung kommt: "Da sind wir nicht zuständig, ordern sie ein Großraum-Taxi."

"Als ich das hörte, war ich so perplex und dachte einfach nur, das darf doch nicht wahr sein", so Kirsten Denker. In dem Moment klinkt sich ein weiterer Passant in das Geschehen ein. Er ruft nochmals bei der Feuerwehr an und weist nachdrücklich darauf hin, welche möglichen medizinischen Folgen mit dem Sturz einhergehen können: Erst jetzt rückt ein Rettungswagen (RTW) aus.

Auf Nachfrage der Rundschau bestätigt Andreas Steinhard, Pressesprecher der Wuppertaler Berufsfeuerwehr, den Ablauf des Notrufs und erklärt: "Im ersten Moment hat unser Kollege die Angelegenheit so verstanden, dass es nicht um die Person, sondern aufgrund des defekten Rades um eine rein technische Hilfeleistung geht und entsprechend geantwortet. Nachdem dann beim zweiten Anruf deutlich wurde, dass eine akute Gesundheitsgefährdung des Verunfallten nicht ausgeschlossen werden kann, haben wir sofort einen RTW geschickt, der Mann und Rollstuhl in die Obhut des betreffenden Pflegeheims übergeben hat. Das Missverständnis beim ersten Telefonat tut uns leid, dafür bitten wir um Entschuldigung. Auf jeden Fall haben die Helfer vor Ort richtig gehandelt und uns gerufen."

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