Neuer Wuppertaler SPD-Chef Köksal: „Wir müssen uns nicht verstecken“

Führungswechsel : Neuer Wuppertaler SPD-Chef Köksal: „Wir müssen uns nicht verstecken“

Servet Köksal und Sabine Schmidt: Wuppertals SPD hat eine neue Parteispitze – mit zweimal 102 Ja-Stimmen.

Die 1.299 Mitglieder zählende Wuppertaler SPD hat am Samstag (6. April 2019) eine neue Parteiführung gewählt. Auf Heiner Fragemann und Stefan Kühn, die sich von ihren Ämtern zurückgezogen haben, folgen der 38-jährige Servet Köksal als neuer Partei-Chef sowie die 44-jährige Sabine Schmidt als seine Stellvertreterin.

Köksal präsentierte in der Mensa der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule eine sehr emotionale, sehr bilderstarke und auch sehr ausführliche Rede, während derer er seine persönliche Lebens- und Berufsgeschichte offensiv in Verbindung mit den politischen Schwerpunkten der SPD setzte.

Köksal verbrachte seine Jugend als Sohn eines türkischen Gastarbeiterehepaares (der Vater war Schichtdienst-Schweißer, die Mutter Reinigungskraft) in der Elberfelder Anilinstraße. Auf der Else-Gesamtschule konnte er das Abitur machen, absolvierte dann das erste Jura-Staatsexamen und ist heute Verwaltungsangestellter und Mitglied des Wuppertaler Stadtrates.

Seine Devise mit Blick auf die SPD: „Wir müssen uns nicht verstecken. Wir werden gebraucht, wir sind stark und wir können es!“ Es sei notwendig und möglich, nach etlichen Fehlern, die die SPD in den vergangenen 14 Jahren begangen habe, das Vertrauen der Wähler offensiv wieder zurückzugewinnen. Soziale Gerechtigkeit und echte Chancengleichheit müssten ganz stark im Vordergrund stehen. Von 124 abgegebenen Stimmen gab es für Köksal 102-mal Ja, 17-mal Nein und fünf Enthaltungen.

Die neue Stellvertreterin Sabine Schmidt, die dem Wuppertaler Katholikenrat angehört und seit zehn Jahren SPD-Mitglied ist, brachte ihre Position so auf den Punkt: „Zukunft wird aus Mut gemacht, und deswegen dürfen wir keine Hasenfüße sein.“ Von 123 abgegeben Delegiertenstimmen erhielt sie ebenfalls 102 Ja sowie 13-mal Nein und acht Enthaltungen.

Zuvor hatte der scheidende Parteivorsitzende Heiner Fragemann die SPD unter anderem auf selbstbewusste Positionen in der Kommunalpolitik eingeschworen: „Wuppertal ist zu schade, um es dem neuen Kernbündnis aus CDU und Grünen zu überlassen.“

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